> > > > > 26.09.2008
Montag, 27. Mai 2019

Die Berliner Philharmoniker verzaubern mit Ravel

Rattles Kinderzimmer

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts kam es in der Folge von großen Reformpädagogen, wie Johann Heinrich Pestalozzi und Friedrich Fröbel, zu dem, was die Wissenschaftsgeschichte später die ‘Entdeckung des Kindes’ nannte. Fantasien und Spiele der Kinder wurden nun erstmals genau so ernst genommen, wie die alten weltanschaulichen Probleme und Diskurse der Erwachsenen. In der neuartig präsenten Märchenwelt der Kinder und einem infantilen Esprit sahen nun viele Künstler auf einmal eine Analogie zu ihrem eigenen Schaffen und hofften gerade dort auf das Urprinzip der Kunst zu stoßen. Maurice Ravel (1875-1937) – von vielen seiner Zeitgenossen als ‘l’Éternel vivant’ (ewiges Kind) bezeichnet – war einer dieser Künstler und komponierte zahlreiche seiner Hauptwerke in wehmütiger, aber auch reflektierter Erinnerung an die Kindheit, in Melancholie über die vergangene Zeit, aber auch mit unendlich viel Humor, Witz und einer wahrlich urkindlichen Phantasie. ‘Wie eine Mutter, die das Neugeborene an ihre Brust legt ohne es zu wecken, verfährt das Leben lange Zeit mit der noch zarten Erinnerung an die Kindheit.’ Diese Zeilen aus Walter Benjamins bewegenden Berliner Kindheitserinnerungen, hätten durchaus auch von Ravel stammen können. Sein Hauptwerk ‘L’Enfant et les sortilèges’ und das weniger bekannte Ballett ‘Ma Mère l’Oye’ sind heute beredtes Zeugnis jener ganz besonderen Auseinandersetzung mit der eigenen Kindheit, verbunden mit einer großen, verspielten kompositorischen Kreativität.

Um die komplette Kritik zu lesen, loggen Sie sich bitte mit Ihrer Email-Adresse und Ihrem Kennwort ein:

E-Mail:
Kennwort:


Sollten Sie noch kein Nutzerkonto bei klassik.com besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Mehr erfahren über den Autor

Kritik von Toni Hildebrandt



Kontakt zur Redaktion


Maurice Ravel: Ma Mère l'Oye und L'Enfant et les sortilèges

Ort: Philharmonie,

Werke von: Maurice Ravel

Mitwirkende: Sir Simon Rattle (Dirigent), Berliner Philharmoniker (Orchester), Annick Massis (Solist Gesang), Mojca Erdmann (Solist Gesang), Jean-Paul Fouchécourt (Solist Gesang), Francois Le Roux (Solist Gesang), José Van Dam (Solist Gesang), Sophie Koch (Solist Gesang), Nathalie Stutzmann (Solist Gesang), Magdalena Kozená (Solist Gesang)

Jetzt Tickets kaufen

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (5/2019) herunterladen (2900 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich