> > > > > 14.10.2007
Mittwoch, 26. Juni 2019

Die Junge Sinfonie Berlin gleißt und glimmert

Wonnig weidet das Ohr

Gegründet vor fast zwanzig Jahren als ‘Reinickendorfer Jugendsinfonieorchester’, hat ein in Berlin angesiedeltes und 1996 in ‘Junge Sinfonie Berlin’ umbenanntes Orchester inzwischen Kultstatus; und zwar sowohl bei den aus allen Bundesländern anreisenden und ihm lange Jahre treuen Mitwirkenden, die (wohl auch deshalb) mittlerweile mehrheitlich Mitte zwanzig sein mögen, als auch beim Publikum. Den Dirigierstil des Gründers und Chefdirigenten Marc Piollet muss man nicht unbedingt mögen - ungewöhnlich zackig, fast eckig bewegt der Mann den Stab, scheint mit Mimik mehr noch als mit dem relativ schmalen Repertoire an Gestik zu arbeiten -, das klangliche Ergebnis ist jedoch nur als unglaublich und phänomenal zu bezeichnen, und zwar nicht nur im Vergleich zu anderen Jugendorchestern. Der Klangkörper kann es, wenn es um Musikalität, charakteristische Durchdringung des jeweiligen Repertoires und nicht zuletzt todesmutiges Engagement angeht, mit einigen der besten Berliner Orchester locker aufnehmen. Es ist allerhöchstens die präzise Abstimmung der Bläser untereinander und ein Kiekser hie und da, der darauf schließen ließe, hier habe man es mit einem nicht tagtäglich professionell arbeitenden Orchester zu tun. Tatsächlich gibt es für jedes Konzert eine Probenwoche, zu der sich die Musiker unweit des Werbellinsees zusammenfinden, und eine zweite Abstimmung von zwei, drei Tagen direkt vor dem Konzert; dann muß alles perfekt sitzen, eine zweite Chance gibt es ja nicht. Erstaunlich mithin, dass die Junge Sinfonie Berlin immer noch rein ehrenamtlich organisiert ist und ohne jegliche Unterstützung der öffentlichen Hand auskommt. Das 2005 ins Leben gerufende Patenprogramm des Ensembles, bei dem einzelne Instrumente finanziell unterstützt werden können, verdient da noch mehr Aufmerksamkeit durch das stets enthusiastisch jubelnde Publikum - der Applaus, das ‘Brot des Künstlers’, füttert eben nur die Seele der Musiker...

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Kritik von Martin Morgenstern



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Konzert der Jungen Sinfonie Berlin: mit A. Dasch, M. König und C. Stephinger

Ort: Philharmonie,

Werke von: Richard Wagner, Richard Strauss, Alban Berg

Mitwirkende: Marc Piollet (Dirigent), Christoph Stephinger (Solist Gesang), Michael König (Solist Gesang), Annette Dasch (Solist Gesang)

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