> > > > > 16.07.2006
Montag, 19. August 2019

Keith Jarrett im KKL Luzern

Konzert aus der Stille

Die Türen schließen sich, die Spannung steigt. Nur ein Scheinwerfer wirft sein Licht auf den Flügel. Stürmischer Beifall, als der Solist die Bühne betritt. Danach breitet sich unter den knapp zweitausend Konzertbesuchern sofort Stille aus. Ein kurzer Moment der Konzentration; schon springen die Finger in unwahrscheinlicher Geschwindigkeit über die Tasten, Kaskaden aus Tönen klingen den Zuhörern entgegen, füllen den Saal. Keith Jarrett ist wieder da, solo. Mehr als zehn Jahre haben die Schweizer Fans auf diesen Moment gewartet. Überraschend beginnt der inzwischen 61-jährige Pianist sein Konzert mit einer hochvirtuosen, komplexen Improvisation. Wer wie in vielen seiner früheren Konzertmitschnitte zwei epische Improvisationen von etwa halbstündiger Dauer erwartet, wird enttäuscht. Jarrett hat sich weiterentwickelt. Oder zurück? Der Pianist spielt wieder kleingliedriger, läßt unterschiedlichen Stimmungen die Zeit, die sie brauchen. Aber auch nicht mehr. Aus den Reisen ins harmonisch Ungewisse sind wieder kleinere Abstecher hier- und dahin geworden, kurze Spaziergänge an die Ränder des Spiel- und Faßbaren. Das gewaltige Fernweh ist leiser geworden. Jarrett ruht wieder in sich, läßt die Musik verströmen.

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Kritik von Martin Morgenstern



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Keith Jarrett solo: Piano Improvisations

Ort: Kultur- und Kongresszentrum (KKL),

Mitwirkende: Keith Jarrett (Solist Instr.)

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