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Dienstag, 27. September 2022

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Elbphilharmonie Hamburg, Copyright: Sarahhoa

Elbphilharmonie Hamburg, © Sarahhoa

Mäkelä dirigiert Sibelius

Wachsen und Wuchern

Am dritten und letzten Abend des Sibelius-Zyklus mit dem Oslo Philharmonic Orchestra unter Klaus Mäkelä in der Hamburger Elbphilharmonie traf die selten aufgeführte Sinfonie Nr. 3 in C-Dur mit der Sinfonie Nr. 5 in Es-Dur auf einen Publikumsliebling. Bereits die dreisätzige C-Dur-Sinfonie wurde zu Beginn mit so viel minutiöser Verve gegeben, dass man sich fragte, warum Sibelius‘ op. 52 eigentlich ein Schattendasein führt. Unter Mäkelä wucherten die wuselnden Streicherostinati, die nur ab und zu langgezogene Holzbläsermelodien gleichsam überdachten, mit so viel dynamischen Feingespür in alle Richtungen, dass es schwerfiel, die Beine stillzuhalten. Sehr selten ging das auf Kosten des genauen Zusammenspiels, das Mäkelä mit seinen präzisen wie mitreißenden Gesten jedoch rasch wiederherstellte. Im flötenbukolischen „Andantino con moto“ herrschte dann hell durchflutete Waldstimmung. Hier agierten die Osloer mit viel Feingefühl im piano – Mäkelä hatte den Taktstock – weggelegt, das sich bis in die raunenden Pizzicati in den tiefen Streichern bemerkbar machte. Wie flexibel das Oslo Philharmonic Orchestra unter seinem jungen Chefdirigenten dynamisch zu agieren imstande ist, zeigte dann auch der kontrapunktisch verästelte, von Farbtupfern durchbrochene, immer wieder an und absetzende Finalsatz. Dieser wirkte wie eine einzige hektische Suchbewegung, die schließlich im Hymnus der Bratschen ihr Ziel fand, um dann in eine ostinate Streichersteigerung von ansteckender Wucht zu münden, die von den Bläsern thematisch überwölbt wurde – das alles so mitreißend und vor allem klar musiziert, dass es bereits vor der Pause Bravorufe gab.

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Kritik von Dr. Aron Sayed

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Oslo Philharmonic: Klaus Mäkelä

Ort: Elbphilharmonie,

Werke von: Jean Sibelius

Mitwirkende: Oslo Philharmonic Orchestra (Orchester)

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