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Dienstag, 27. September 2022

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Elbphilharmonie Hamburg, Copyright: Sarahhoa

Elbphilharmonie Hamburg, © Sarahhoa

Nagano dirigiert Brahms & Bruckner

Monumentale Innerlichkeit

Nur drei Jahre liegen zwischen der Uraufführung des sinfonisch angelegten Klavierkonzerts in B-Dur op. 83 von Johannes Brahms (1833-1897) und der Sinfonie Nr. 7 in E-Dur von Anton Bruckner (1824-1896). Und doch könnten diese großen Werke zweier Wahl-Wiener den spätromantischen Epochenstil in seiner Breite nicht besser abdecken. Das eine leicht und hell, doch durchaus wuchtig, die andere melancholisch-ätherisch und feierlich getragen. Dass mit Rudolf Buchbinder für das Brahms-Konzert ein renommierter Solist zu hören war, der vor allem bei Haydn und Beethoven für einen spezifisch wienerischen Stil steht, ließ bereits im Vorfeld aufmerken. Und tatsächlich waren es vor allem das „Andante“ mit dem Zwiegespräch zwischen Cello und Klavier und das verspielte finale „Allegretto grazioso“, die im großen Saal der Elbphilharmonie aufhorchen ließen. Wiederholt suchte Buchbinder im langsamen Satz den Kontakt zum ersten Cellisten, wodurch eine wunderbar kammermusikalische Intimität entstand, die sich auf den gesamten Dialog mit dem Orchester ausweitete. Im Finale waren es dann unter anderem die raffinierte Temposteigerung im dritten Thema und die gewandte Phrasierung in den hohen Registern mit der rechten Hand, die Buchbinders sonst für die Wiener Klassik charakteristische Gewitztheit hervorscheinen ließen. Nicht, dass er den großen Ton, die ‚große Pranke‘ nicht auch beherrscht hätte. So gestaltete Buchbinder im expressiven „Allegro apassionato“ den Solopart überaus sprechend, geradezu meißelnd, während der Kopfsatz eher geradlinig nach vorne drängte. Auch wenn vor allem im Kopfsatz die lupenreine Abstimmung mit dem Orchester nicht immer völlig gegeben war, stellte diese rubatofreie Horizontalität doch eine erfrischend unpathetische Lesart dar.

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Kritik von Dr. Aron Sayed

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Kent Nagano: Rudolf Buchbinder

Ort: Elbphilharmonie,

Werke von: Johannes Brahms, Anton Bruckner

Mitwirkende: Kent Nagano (Dirigent), Philharmonisches Staatsorchester Hamburg (Orchester), Rudolf Buchbinder (Solist Instr.)

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