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Sonntag, 5. Dezember 2021

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Elbphilharmonie Hamburg, Copyright: Sarahhoa

Elbphilharmonie Hamburg, © Sarahhoa

Mäkelä dirigiert das Concergebouworkest

Russisches Espressivo

Gerade mal 25 Jahre jung ist mit Klaus Mäkelä der neue Chefdirigent des Oslo Philarmonic Orchestra, der ab der kommenden Saison ebenso dem Orchestre de Paris als hauptamtlicher Leiter vorsteht. Auch ohne den Namen zu kennen, ist nicht schwer zu erraten, dass dieser neue Dirigentenspross aus Finnland kommt, das nun schon seit einiger Zeit ein Talent nach dem anderen hervorbringt. Dass Mäkelä mehr ist als nur ein Talent, zeigte sein Auftritt in der Hamburger Elbphilharmonie mit dem Concergebouworkest, bei dem zwei Vertreter der russischen Sinfonik auf dem Programm standen. Sicher, bei einem Klangkörper wie jenem aus Amsterdam ist es im Grunde zweitrangig, wer am Pult steht. Doch das herzliche Verhältnis zwischen diesen Weltklassemusikern und ihrem jungen Maestro konnte man anhand vieler Blickwechsel nicht nur sehen, sondern auch hören. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass das scheinbar endlose „Largo“ aus der Sinfonie Nr. 6 aus dem Jahr 1939 von Dmitri Schostakowitsch so spannungsvoll und geradezu kurzweilig geraten kann? Unter den packend ordnenden Gesten Mäkeläs wurde deutlich, dass die fahlen Weiten dieses Kopfsatzes keine Ödnis bergen, sondern in ungeahnten Farben zu schillern beginnen, wenn nur die Perspektive stimmt. Mäkeläs Zugriff war dabei durchweg expressiv, wobei das Concergebouworkest ihm willig folgte. Glücklicherweise geriet dabei jedoch ebenfalls Schostakowitschs bisweilen grelle Modernität zum Vorschein. Vor allem die Holzbläser quäkten, fiepten und klagten hier wunderbar schräg. In den beiden folgenden Sätzen feierte das Concergebouworkest auf spektakuläre Weise den Orchestervirtuosen Schostakowitsch, ohne dabei in die Falle oberflächlicher Affirmation zu tappen. Dank Mäkelä wurde der Tonfall im Finale immer fröhlicher, bis er irgendwann so fröhlich klang, dass die Ironie nicht mehr zu überhören war und der renommierte holländische Orchesterapparat wirkte wie eine Marschkappelle - Mahler lässt grüßen. So war auf schockierend witzige Weise zu vernehmen, wie sehr Schostakowitsch dem Faschismus unter Stalin eine Nase dreht.

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Kritik von Dr. Aron Sayed

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Concertgebouworkest: Klaus Mäkelä

Ort: Elbphilharmonie,

Werke von: Dimitri Schostakowitsch, Peter Tschaikowsky

Mitwirkende: Concertgebouw Orchester (Orchester)

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