> > > > > 27.01.2019
Montag, 23. September 2019

Alban Bergs Oper 'Lulu' in Bremen

Entmythologisierung eines Mythos

Es gibt kaum eine Oper, bei der sich das Verständnis so oft gewandelt hat wie bei 'Lulu' von Alban Berg. Der Komponist kondensierte die beiden Tragödien 'Die Büchse der Pandora' und 'Lulu' von Frank Wedekind zu einem Libretto, konnte bis zu seinem Tod 1935 allerdings nur die ersten beiden Akte fertigstellen. Universalgeliebte, Naturmacht, Leerstelle, Projektion – wer ist diese Lulu, in deren Umfeld Männer und Frauen leiden und sterben, die den einzigen Mann, den sie wirklich geliebt hat, ermordet? Wer ist diese vordergründig männerverschlingende Femme fatale, diese Schwester der Pandora, Lilith oder wie all diese mythologischen Frauenfiguren heißen mögen, die der Männerwelt Angst einflößen? Wer ist diese Frau, die vielleicht weniger Lustobjekt ist, sondern bestenfalls Katalysator, Projektionsfläche für eine lebens- und liebesunfähige narzisstische Männerwelt auf der Suche nach dem erotischen Urerlebnis? Das alles ist nicht einfach inszenieren. Nicht als Femme fatale wollte Marco Štorman Bergs zweite Oper auf die Bühne des Theaters in Bremen bringen, sondern als eine Frau, die für die Männerwelt nicht einmal mehr Lustobjekt ist, sondern Anlass bestenfalls für narzisstisches Pseudo-Schöpfertum. Da gibt es keine brutalen Sterbe- oder sinnlichen Verführungsszenen, sondern da vegetieren Menschen nebeneinander her. Nichts wird drastisch dargestellt. Die sexuellen Kontakte der Lulu werden markiert, sind auch letztendlich nicht wirklich wichtig, wie auch das Sterben der einzelnen Protagonisten.

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Kritik von Michael Pitz-Grewenig

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Lulu: Oper von Alban Berg

Ort: Bremer Theater,

Werke von: Alban Berg

Mitwirkende: Hartmut Keil (Dirigent)

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