> > > > > 31.07.2019
Montag, 24. Februar 2020

'Die Meistersinger von Nürnberg' in Bayreuth

Die wundersame Wandlung

Trotz einiger Änderungen schafft es die Inszenierung der 'Meistersinger von Nürnberg' von Regisseur Barrie Kosky bei den Bayreuther Festspielen auch im dritten Folgejahr nicht, stimmig über die Bühne zu gehen. Die wundersame Verwandlung des Wagner-Clans samt Familie, Freunden und Weggefährten im ersten Aufzug in die Charaktere der Handlung verliert sich im Verlauf der Oper. Der zweiten Aufzug, welcher im Schwurgerichtssaal der Nürnberger Prozesse stattfindet, bleibt völlig leer: eine unbespielte Kulisse. Die vier aufgestellten Fahnen der Siegermächte bleiben simple Dekoration. Hieraus hätte die Regie mehr machen können, ja müssen. Vielleicht die Rückverwandlung der Charaktere in den Wagner-Clan und die Auseinandersetzung mit Wagners antisemitischer Haltung? Das bloße Aufblasen eines Ballons mit der NS-Karikatur der Fratze des ‚ewigen Juden‘, gezeichnet von Julius Streicher, ist eine vertane Chance. Erst im dritten Aufzug wird der Gerichtssaal stärker in die Handlung einbezogen. Dies wirkt unpassend, despektierlich. Im Saal wird das Johannisfest gefeiert. Ein Meistersinger soll gefunden und gekürt werden. Der überschwänglich agierende Chor, mitunter übertrieben albern, nimmt dafür den Saal in Anspruch (Bühne: Rebecca Ringst).

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Kritik von Manfred Zweck

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Die Meistersinger von Nürnberg: Richard Wagner

Ort: Festspielhaus,

Werke von: Richard Wagner

Mitwirkende: Chor der Bayreuther Festspiele (Chor), Phillippe Jordan (Dirigent), Barrie Kosky (Inszenierung), Orchester der Bayreuther Festspiele (Orchester), Michael Volle (Solist Gesang), Johannes Martin Kränzle (Solist Gesang), Günther Groissböck (Solist Gesang), Klaus Florian Vogt (Solist Gesang)

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