> > > > > 07.10.2018
Montag, 17. Dezember 2018

Nagano dirigiert Ives

Amerikanische Komödie

Die Komödie stellt alles auf den Kopf. Das Gewohnte wird umgedreht, das Ungewohnte wird normal, und aus Ernst wird Heiterkeit. Der zweite Satz aus Charles Ives‘ (1874–1954) Vierter Sinfonie, in dem die gesamte moderne Welt der USA des beginnenden 20. Jahrhunderts im lärmenden Chaos aufeinandertrifft, ist ‚Comedy‘ überschrieben. Ein Titel, der auch für diese Aufführung in der Elbphilharmonie mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter Kent Nagano hätte zutreffen können. Denn das Konzert erklang hier nach der Sinfonie, der Dirigent gab die fast halbstündige Konzerteinführung zu Beginn selbst, und die Bühne wurde auf den gesamten großen Saal erweitert. Ohne Kent Naganos auf Deutsch gehaltenen publikumsnahen Crashkurs in Sachen Ives und amerikanischer Kultur – übrigens dank der Akustik der Elbphilharmonie ohne Mikrofon – wäre manches Detail wohl freilich untergegangen. So aber veranschaulichte der sympathische Chefdirigent, wie absichtsvoll Ives hier die Klangschichten und Instrumentengruppen aufeinander stapelt, ineinanderschichtet und dissonant vereint entzweit.

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Kritik von Dr. Aron Sayed

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Kent Nagano: Viktoria Mullova

Ort: Elbphilharmonie,

Werke von: Charles Ives, Ludwig van Beethoven

Mitwirkende: Kent Nagano (Dirigent), Philharmonisches Staatsorchester Hamburg (Orchester), Viktoria Mullova (Solist Instr.)

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