> > > > > 24.06.2018
Mittwoch, 21. November 2018

Premiere von Neumeier-Ballett in Hamburg

Beethoven-Bilder

Eine neue Choreographie des langjährigen Ballettintendanten der Hamburger Staatsoper John Neumeier, der zugleich Chefchoreograph des dort ansässigen Hamburg Ballet ist, darf stets als Ereignis gelten. Das bewusst offen gehaltene, nicht ganz drei Stunden umfangreiche Werk trägt den vagen Titel 'Beethoven-Projekt', der Neumeier selbst zufolge aber genau das ausdrücken soll: nicht ein Ganzes, sondern eine Auseinandersetzung in Fragmenten mit Beethovens Musik und Beethovens Person. Sieht man genauer hin, ist die zunächst hermetisch wirkende Choreographie jedoch um einiges ‚ganzheitlicher‘ als es den Anschein macht. Nur der erste Teil, bezeichnenderweise 'Beethoven-Fragmente' überschrieben, hat tatsächlich auch Fragmentcharakter. Das Molto adagio aus dem Streichquartett op. 132 steht vor einem Teilausschnitt von Beethovens einziger Ballettmusik 'Die Geschöpfe des Prometheus'. An die kompletten 'Eroica-Variationen' für Klavier schließen sich die langamen Sätze aus dem 'Geistertrio' op. 70 Nr. 1 und der Klaviersonate op. 10 Nr. 3 an. Letztere nur in Auszügen, weil mittendrin als Klangcollage Beethovens Taubheit als Tinitus-Katastrophe hereinbricht. Doch auch dieser kammermusikalische Block, an den sich ein orchestraler anschließt, macht fortwährend Angebote, wie dieser vertanzte Beethoven verstanden werden kann.

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Kritik von Dr. Aron Sayed

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Beethoven-Projekt: Ballett von John Neumeier

Ort: Hamburgische Staatsoper,

Werke von: Ludwig van Beethoven

Mitwirkende: John Neumeier (Choreographie), Simon Hewett (Dirigent), Philharmonisches Staatsorchester Hamburg (Orchester)

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