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Dienstag, 16. Oktober 2018

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Komische Oper Berlin, Copyright: Beek100

Komische Oper Berlin, © Beek100

Calixto Bieitos 'Entführung' zurück in Berlin

Kill Bassa, oder: Mozart knallhart

‚Mozart knallhart‘ heißt es auf dem Ankündigungsflyer der Komischen Oper. ‚Die Frau als Objekt männlicher Leidenschaften und Begierden bis hin zur brutalen Verstümmelung des weiblichen Körpers.‘ Und das zum langen Wochenende in Berlin, wo u. a. wegen 1. Mai und Gallery Weekend Scharen von hippen jungen (kunstinteressierten) Menschen unterwegs sind. Die trifft man am Samstagabend in der Behrenstraße, wo sie angelockt scheinen von der Aussicht auf 'Die Entführung aus dem Serail' von Regisseur Calixto Bieito. Sie erinnern sich vielleicht an die Legenden von der Premiere 2004, sie haben vom Skandal gehört, der damals Journalisten und Kulturfachleute beschäftigte. Ein Medienrummel ohnegleichen brach los, alle Folgevorstellungen waren ausverkauft. Vermutlich ist es die am meisten diskutierte Einzelinszenierung der Ära Andreas Homoki. Und die bekannteste. Nun wurde sie wiederaufgenommen in der Ära Barrie Kosky. Und man staunt. Nicht darüber, dass die Verstümmelungsszenen zu 'Martern aller Arten' immer noch so verstörend sind, dass Zuschauer aufstehen und gehen, als einer Frau auf der Bühne die Brustwarze mit dem Messer abgeschnitten wird von Osmin (Jens Larsen). Sondern man staunt, wie unglaublich inhaltsleer und emotional kaputt diese Bieto-Welt voller Glaskästen mit nackten Prostituierten ist, die ficken, ficken, ficken. Und Pillen schlucken. Und man staunt, wie wenig diese in den Dialogen neu betextete Fassung mit Mozart und der Geschichte von Christoph Friedrich Bretzner und Johann Gottlieb Stephanie d. J. zu tun hat. Und wie brutal absurd das alles ist, bei gelackter Designer-Optik. So absurd, dass ich irgendwann jegliche emotionale Verbindung mit den Charakteren verlor und anfing mich zu langweilen.

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Kritik von Dr. Kevin Clarke

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Die Entführung aus dem Serail: Mit Nicole Chevalier und Johannes Dunz

Ort: Komische Oper,

Werke von: Wolfgang Amadeus Mozart

Mitwirkende: Calixto Bieito (Regie)

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