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Donnerstag, 28. Oktober 2021

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Odysseus - Musiktheaterproduktion für Kinder ab 6, Copyright: Marcus Lieberenz

Odysseus - Musiktheaterproduktion für Kinder ab 6, © Marcus Lieberenz

Krieg und Frieden bei Aequinox 2018

Authentisches Konzept und persönliche Ansprache

Brandenburg hat viele Kulturorte. Neuruppin, der Geburtsort von so bedeutenden Persönlichkeiten wie Karl-Friedrich Schinkel (1781-1841) oder Theodor Fontane (1819-1898), ist so einer. Das preußisch geprägte Städtchen mit rund 31000 Einwohnern besitzt ein üppiges Reservoir an schöner Landschaft und Kultur. Dazu zählt auch die mittlerweile neunte Ausgabe der Musiktage AEQUINOX zur Tag- und Nachtgleiche. Freilich reicht das Budget des kleinen Events nicht für ganz große Sprünge, aber immerhin etwas über 1000 verkaufte Eintrittskarten in acht gut besuchten Veranstaltungen bezeugen einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsimpuls für die Region.

Thematisch beackerten die Macher dieses Jahr zwei nicht ganz einfache Themenfelder: Krieg und Frieden in Anlehnung an den Beginn des 30-jährigen Krieges vor 400 Jahren 1618, sowie das Ende des Ersten Weltkriegs 1918, also vor hundert Jahren. Zusätzlich wurde sowohl in der eröffnenden Jugend-Oper 'Odysseus', im persisch angehauchten Matineekonzert als auch im abschließenden Künstlergespräch dem Fremdsein nähere Beachtung gewidmet. Macherin und Macher des Festivals waren wieder die bewährte Vereinsvorsitzende des verantwortlich zeichnenden Fördervereins Siechenhauskapelle Neuruppin e.V., Gabriele Lettow, überhaupt die treibende Kraft hinter dem Festival, gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter des Orchesters in Residence, der Lautten Compagney Berlin, Wolfgang Katschner, der Jahr um Jahr nicht nur in Neuruppin für spannende Projekte sorgt und stets ein Händchen hat für die Verbindung gesellschaftlicher Konfliktthemen mit seiner Passion, der Alten Musik. Ein Grund, warum das Festival so floriert, ist auch das architektonisch (und akustische) Kleinod der völlig intakten, seit 1993 sukzessive sanierten Siechenhauskapelle von 1491, die Alte Musik bei den AEQUINOX-Musiktagen so authentisch erschallen lässt.

Spannend und pädagogisch wertvoll war die extra für Grundschüler konzipierte Oper 'Odysseus' auf der Basis von Musik aus der Feder von Claudio Monteverdi und Katia Tchemberdji nach einem Libretto von Margrit Dürr. Kluge Regie führte Sascha Mink, der aus dem Werk eine jugendgerechte, packende Aufführung formte, nicht zuletzt ermöglicht durch die ergreifend eifrige, musikalische Vehemenz, die die fünf Musiker Andreas Pfaff (Violine), Katharina Holzhey (Violoncello), Daniel Trumbull (Cembalo), Friederike Otto (Zink) und Stefan Rath (Laute) unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Katschner an den Tag legten.

Ein kleines, schlagkräftiges Sänger-Ensemble der Taschenoper Lübeck vermochte da einen bunten, kurzweiligen Reigen von Odysseus’ Abenteuern nachzuzeichnen, bezog dazu die zahlreich in der Kulturkiche Neuruppin versammelten Schülerinnen und Schüler der Brennpunkt-Einrichtung Karl-Liebknecht-Schule mit ein. Da hatte es im Vorfeld pädagogische Projekte gegeben, an deren Abschluss die Frage gestanden hatte, was denn mit den ankommenden Flüchtlingen geschehen solle? Da bezog sich das Ganze noch nicht auf den Plot der Oper, wo König Odysseus die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem zerstörten Troja in Ithaka schlicht ablehnt, sondern um die deutsche Flüchtlingspolitik. Nicht wenige der befragten Schüler waren nämlich skrupellos der Ansicht, ‚Flüchtlinge sollte man im Meer ertrinken lassen‘, wie es an Schautafeln im Eingangsbereich dokumentiert war. So gesehen war dieses pädagogische Projekt bitter nötig, um den Schülerinnen und Schülern demokratisches, menschliches Denken zu vermitteln. Hoffentlich entspinnt dieser Faden in der aktuell heißgelaufenen Flüchtlingsdebatte unter den Angesprochenen ein tragfähiges humanistisches Bildungsfundament, denn viele von den Jugendlichen waren zum ersten Mal mit der Kunstform Oper in Berührung gekommen. Odysseus (als starker Held: Titus Witt) stand nämlich am Ende selbst etwas bedröppelt als Fremder im eigenen Lande da. An ihn - den Verschollenen - wollte sich plötzlich niemand mehr erinnern. Großartig spielten Aurélie Franck als Penelope und Karen Rettinghaus als Circe im überdimensionierten Schweinskostüm (brillante Ausstattung: Katia Diegmann).

Die eigentliche Eröffnung der AEQUINOX-Musiktage fand am Freitag Abend an gleichem Ort unter dem Motto 'Mit Pauken und Trompeten' statt. Hier trumpfte die Lautten Compagney gemeinsam mit den beiden tschechischen (Barock-)Trompetern Karel Mnuk und Jaroslav Rouček in festlichem Ganz auf. Insbesondere Konzertmeisterin Birgit Schnurpfeil überzeugte. Sie sagt von sich selbst: ‚Das zu finden und auszudrücken, was man selbst in sich trägt, das war für mich eine erfüllende Erfahrung, die ich dank der Musik gemacht habe.‘ Wahrlich hat sie vieles von sich selbst in diesem Konzert offenbart, ihre Führungsstärke, ihr Einfühlungsvermögen und nach der Pause – gemeinsam im Duo mit Anne von Hoff (Violine) – auch ihre hohe solistische Kompetenz. Die Musik war wie immer bei der Lautten Compagney ein Querschnitt durch das gängigen Alte-Musik-Repertoire. Namen wie Claudio Monteverdi (Toccata aus 'Orfeo'), Heinrich Ignaz Franz Biber ('Sonata à 7'), Samuel Scheidt (Musik aus 'Ludi musici') oder Johann Heinrich Schmelzer, seinerzeit einer der führenden österreichischen Instrumentalmusikkomponisten, sind klangvoll und waren ebenso im Programm vertreten, wie zumindest in Deutschland unbekannte Tonsetzer à la Pavel Josef Vejvanowský (1633-1693) oder Carl Rosier (1640-1725), der als belgisch-niederländischer Vertreter seiner Zunft ab 1668 als Vizekapellmeister am Hofe des Churfürsten Maximilian Heinrich, Fürstbischof von Lüttich, bis 1675 in dessen Bonner Residenz wirkte. Das fast etwas zu lange Konzert hatte stets kurzweilige Momente. So stellte Wolfgang Katschner mal die ventillosen Trompeten vor oder - gemeinsam mit Lautten Compagney-Percussionist Peter A. Bauer - die verwendete Landsknecht-Trommel. Dabei witzelte er über das Aufbewahren der Schlägel im Maul. Durch die top Akustik in der KulturKirche hatten die Hörer ein sattes Klangerlebnis – trotz gerissener Lautensaite - und kitzelten sogar mit ihrem munteren Applaus eine Zugabe heraus: Ein für Barockensemble bearbeiteter Song der US-amerikanischen Countryband Ricochet, bei der Peter A. Bauer als Chefleader über die Bühne wuselte.

Zur Thematik 'Krieg und Frieden' passte am Samstag Vormittag das nicht ganz ausverkaufte Konzert 'Krieg und Frieden 1918' der Sängerin Stefanie Wüst. Sie hat neben ihrem Gesangsstudium bei Claudio Nicolai an der Musikhochschule Köln Meisterkurse bei Edith Mathis und Gisela May absolviert. Berühmt ist ihr Gesang in der 1983er 'Dreigroschenoper' am Kölner Schauspielhaus unter der Regie von Jürgen Flimm. 1989 gründete sie das KURZ-WEIL-Ensemble, das sich in unterschiedlichsten Besetzungen vor allem mit Werken Kurt Weills und Hanns Eislers beschäftigt. Wüst war sehr kurzfristig eingesprungen für die erkrankte Salome Kammer. Die Liedfolge wurde deshalb zum ursprünglich geplanten Ablauf leicht modifiziert. Mit Pianist Rudi Spring verstand sich Wüst nach eigenen Angaben auf Anhieb. So war die Durchführung der Matinee gerettet. Ganz besonders wertschätzte das Publikum dazu die burschikos-berlinerische Art von Schauspieler Winfried Glatzeder, der dazu rezitierte. Das Berliner Original verstand es, den vielfach gescholtenen Text 'In Stahlgewittern' von Ernst Jünger anregend kommentierend zu lesen und so das Verständnis für dieses Kriegstagebuch neu zu entfachen. Schließlich war der Text dadurch in Verruf geraten, dass NS-Propagandaminister Joseph Göbbels ihn ausdrücklich guthieß, wie Glatzeder einwarf. Des Schauspielers salopp-naive Art, seine direkte Publikumsansprache, sein köstlicher Witz erhoben ihn als souveränen Akteur. Freilich durfte der Hörer bei Stefanie Wüst – nach einem Tag Probe - keinen ausgefeilten Ablauf erwarten. Dennoch gelang es ihr, das Thema Erster Weltkrieg sehr anschaulich dingfest zu machen. Ihre musikalischen Variationsmöglichkeiten waren enorm, ihre stimmlichen Gegebenheiten beeindruckten. Das Aequinox-Festival sollte ihr ein reguläres Konzert anbieten, um mehr von dieser aussagestarken Künstlerin zu hören, die an diesem Morgen beispielsweise mit dem eindrucksvollen 'Lied vom Weib des Nazi-Soldaten' oder in Edmund Nicks 'Ick baumle mit de Beene' auch sprachlich-darstellerisch überzeugte.

Der Samstag Nachmittag gehörte ganz dem auswärtigen Wandelkonzert 'Krieg und Frieden' in Wittstock. Die Anreise der Festivalbesucher erfolgte teils umweltschonend mit der Bahn im Regionalexpress. Da gab es bereits eine musikalische Begrüßung mit 'Pauken und Trompeten'. Das Museum des Dreißigjährigen Krieges schien prädestiniert für das gewählte Thema. Sieben Stationen mit simultan jeweils 12-20 Besuchern verliefen in der dort teils erhaltenen, eindrucksvollen ehemaligen Bischofsburg der Havelberger Bischöfe. Station Acht war nach kurzem Fußmarsch in der leider bitterkalten evangelischen Stadtpfarrkirche St. Marien und St. Martin im Stadtzentrum aufzusuchen. Dort erlebten die Hörer ein sehr qualitätvolles 45-minütiges Barock-Konzert mit dem schwedischen Ensemble Vokalharmonin (gegründet 2004 und bis heute geleitet von Fredrik Malmberg) und der Lautten Compagney. Die Stationen in der Bischofsburg muss man sich weniger als Konzerte, denn als kleine gedankliche Leckerbissen, Anregungen, literarische oder musikalische Schnipsel vorstellen, die dem Publikum Lust auf ein Mehr machen sollte. In dieser Hinsicht ist der Leiter der Lautten Compagney Wolfgang Katschner ein wahres Organisationstalent: Er beschafft für die schwedischen Gäste finanzielle Mittel vom Verein Kulturfeste im Land Brandenburg e.V. oder konzipiert passend zugeschnittene Hintergrund-Informationen, die von den Guides fürwahr gut umgesetzt wurden. Am Ende wusste jeder Besucher über die Schrecken der 1636 stattgefundenen Schlacht am Scharfenberg bei Wittstock bescheid. Trompeter bliesen ihre Fanfaren eindrucksvoll vom Turm der Burg, Cembalo (Gerd Amelung und TorstenÜbelhör), Laute (Andreas Nachtsheim, Joel Frederiksen), Gambe (Tobias Hume) und Sänger (Soetkin Elbers, Robert Sellier) erzählten von den Gefühlen der damaligen Zeit. Auch gefielen die mit Herzblut ausgeführten Lesungen Winfried Glatzeders, der aus Daniel Kehlmanns 'Tyll' rezitierte oder Christian Filips', der aus Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausens 'Simplicius Simplicissimus' las; jedes Wort hatte Klang und Gewicht und regte zum Nachdenken und Verweilen an. Diese geschichtlich und musikwissenschaftlich lehrreichen praxisnahen Ausflüge – oft an authentischen Orten - sind es, die dem Aequinox-Festival seine idiomatische Identität aufstempeln. Deshalb kommen die Stammbesucher seit nunmehr fast zehn Jahren mit großer Begeisterung und Regelmäßigkeit, aus Berlin, Stuttgart oder Leipzig nach Brandenburg.

Der Höhepunkt des diesjährigen Festivals war auch heuer wieder das Matinee-Konzert im Kornspeicher Neumühle zu Alt-Ruppin. Gastgeber Tischlermeister Manfred Neumann unterhält dort ein absolut sehenswertes, uriges denkmalgeschütztes bauliches Ensemble, welches er zum Antiquitäten-Lager samt Restaurierungswerkstatt, Café und Veranstaltungsraum mit über 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche umfunktioniert hat. Hier tauchten die Gäste in einen imaginären Flug in Richtung des persischen Nischapur ein. Doch je länger der Flug dauerte, die Flugzeit wollte sich einfach nicht verkürzen. Wie das? Die Flugreise, die die ebenso bekannte wie charmante Schauspielerin Pegah Ferydoni (*Teheran 1983; ‚Türkisch für Anfänger‘) gemeinsam mit der Lautten Compagney Berlin (unglaublich tolle, thematisch an Vögeln orientierte mittelalterliche Musik) und Gästen unter dem Titel 'Die Konferenz der Vögel' sehr realitätsnah suggerierte, führte das Publikum auf einen Seelentrip ins Innere der menschlichen Existenz. Wow! Da saß der Zuschauer in den Sitz gepresst, hob ab und verfolgte gebannt das Geschilderte: Die Parabel über die unterschiedlichsten Vögel, die so sehr die Arten menschlicher Existenz widerspiegelten, frei nach der Vorlage des persischen Dichters und Mystikers Feriduddin Attar (1136-1220). Christian Filips und Mehdi Moradpour hatten den Text ausgearbeitet und er traf ins Herz des Publikums. Es handelt sich dabei um eine fabelgleiche, allegorische Darstellung der islamischen Lehre des Sufismus. Beschrieben wird die beschwerliche Reise von Tausenden von Vögeln der Welt, die auf der Suche nach dem idealen König – Vogel Simurgh – sind. Es geht über sieben Täler, den Stufen des Sufipfades entsprechend. Diese Täler müssen sie überfliegen, um Simurgh zu erreichen. Übrig bleiben am Ende nur dreißig Zeisige. Da werden mit poetischer Sprache ('weiße Maulbeer- und Walnussbäume') Kindheitsbilder heraufbeschworen, Düfte von Ambra und Attaröl imaginär im Speicher verströmt, sowie mit der Musik von Setar (persischer Langhalslaute) und Kamantsche (Alireza Mehdizadeh) sowie Tonbak/ persischer Trommel (Jawad Salkhordeh) alle Sinne zum Leben erweckt. Die jugendlich-frisch wirkende 35-jährige Pegah Ferydony schien deshalb in dieser Premiere so authentisch, weil sie selbst den persischen Background hat. Außerdem ist die junge Frau ein Sprachgenie, schwadroniert perfekt auf Deutsch, Englisch und Farsi, in dem sie streckenweise fließend, Gedichte rezitiert. Sie berlinert dazu vollkommen locker – lacht sich selbst darüber schlapp - und kann auch Bayrisch. Außerdem gelingt es ihr (geschult als ZDF-Moderatorin), ihr Publikum direkt anzusprechen, es geradezu virtuos in die improvisiert wirkenden Texte einzubeziehen. Da lässt sie Lieder wie 'Alle Vögel sind schon da...' oder 'Wenn ich ein Vöglein wär...' vom Publikum singen und schuf so eine wunderbare Nähe. Und wenn Falke, Pfau, Ente oder Aasgeier irgendwann die Vogelschaar verlassen auf der Reise über die sieben Täler zu Simurgh, lacht jeder im Publikum, weil er solche Typen kennt. Es wäre nur zu wünschen, wenn diese quietschfidele Produktion – in der nicht vieles mehr verfeinert, verknappt werden kann – nicht das letzte Mal auf der Bühne zu sehen war.

Künstlerisch nicht ganz so ergiebig war das diesjährige Nachtkonzert 'Unberührt'. In der Siechenhauskapelle experimentierten die Veranstalter und hoben eine junge Interpretin mit einem absolut rar zu erlebenden Instrument aufs Tableau: Carolina Eyck konzertierte am Theremin. Wenn Sie jetzt nicht wissen, was das ist, sind sie nicht allein. Viele hatten so ein elektronisches Gerät, 1920 vom Russen Lew Thermen erfunden, welches Töne aufgrund elektromagnetischer Schwingungen aussendet, noch nie gesehen. Der Sound changiert zwischen Gambe und menschlicher Stimme. Je näher sich die Hand der Künstlerin einer aufgeladenen Metallstange nähert, desto höher wird der Ton. Vorstellen muss man es sich so: Gegriffen wird an einer imaginären Saite, wie etwa auf einer Gitarre oder einem Cello, bloß die Saite gibt es gar nicht. Ganz einfach ist das nicht. Das Ergebnis – hier im Zusammenspiel mit Martin Ripper (Blockflöte) und Wolfgang Katschner an der Laute, ist nicht immer 100 Prozent befriedigend, weil Intonation und auch rhythmische Exaktheit nicht immer präzise herzustellen sind. Zu Alter Musik von Bach, Purcell oder Biber spielte Carolina Eyck, die Sorbin ist und als Theremin-Solistin bereits auf namhaften Musikfestivals gastierte, ihre eigenen Kompositionen, wie beispielsweise „Elefant im Grünen“ oder „Eternity“. Ihr Stil tendiert in Richtung Weltmusik.

Eine ganz andere Welt eröffnete noch einmal das Abschlusskonzert 'Behind Blue Eyes' der Gustav Peter Wöhler Band im Kulturhaus Stadtgarten Neuruppin. Wöhler ist eine Stimmungskanone. Seine anregende Moderation – selbst nachmittags um Vier – spornte Publikum wie Band an. Seine Stimme hat den gewissen Kick, selbst wenn sie – wie am Sonntag – leicht angeschlagen ist. Trotzdem preschte der Sänger in höchste Lagen mit einer Parodie auf Nenas 'Nur geträumt' oder Mick Jaggers/ Keith Richards 'Mother's Little Helper', das außerdem ein tolles Pianosolo (Kai Fischer) bereithielt. Wöhler, der ein bisschen an Tatortkomissar Frank Thiel alias Axel Prahl erinnerte, der ja auch gut und gerne trällert, kann Nick Drakes 'From The Morning' genauso singen, wie das hinreißende 'Carrickfergus', einen seiner ältesten und vielleicht besten Songs. Da schaltet das Licht im Saal auf rot, da schnurren lange Gitarrensoli (Mirko Michalzik) durch den Raum und da versprüht der Ankorman romantisches Sexappeal. So fällt gar nicht ins Gewicht, dass die Band gar keinen Drummer hat, dafür aber einen hervorragenden Bassisten: Olaf Casimir.

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Kritik von Manuel Stangorra

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