> > > > > 17.06.2018
Montag, 24. September 2018

Heras-Casado dirigiert Brahms und Dvořák

Fantastische Genauigkeit

Der Schriftsteller Alain Robbe-Grillet hat einmal gesagt, dass im Endeffekt nichts fantastischer als die Genauigkeit sei. Viel passender ließe sich auch der Auftritt von Pablo Heras-Casado mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und mit dem Pianisten Francesco Piemontesi nicht beschreiben. Heras-Casado gehört zu den Dirigenten der jüngeren Generation, die wie ein Yannick Nézet-Séguin oder Teodor Currentzis das Beste aus beiden Welten vereinen. Mittels Synthese einer historisch informierten Aufführungspraxis und einer romantisierenden Klangästhetik entsteht bei großen Sinfonikern wie Brahms oder Dvořák ein leuchtend transparentes Klangbild voller lebendiger Gesten, in dem das große sinfonische Pathos ebenfalls Platz findet. So scheut Heras-Casado im 'Furiant'-Satz der Sinfonie Nr. 6 in E-Dur nicht das stampfende Tutti und lässt die Orchesterstimmen bewusst durcheinandertaumeln. Gleichzeitig aber zieht er das Tempo an und verschärft so das tänzerische Element aufs effektivste. Überhaupt wird hier Dvořák beim Wort genommen und gleichsam mit striktem Ernst musiziert. Dass Heras-Casado dynamisch mit dem ganzen Körper dirigiert und viele Einsätze selbst gibt, täuscht nicht darüber hinweg, dass das beeindruckende Gesamtergebnis aus akribischer Probenarbeit hervorgegangen sein muss. Derart ausgewogen und ausbalanciert hört man das gleichwohl stets auf hohem Niveau agierende NDR-Orchester nicht immer. Es hatte den Anschein, als wollte der vielseitige Spanier von der Ultra-HD-Akustik der Elbphilharmonie bis ins kleinste Detail Gebrauch machen. Selten wurde das Adagio der Sechsten mit seinen Umschwüngen und Gesangspassagen klangdramaturgisch so fein ausgehört wie hier.

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Kritik von Dr. Aron Sayed

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Piemontesi : Heras-Casado

Ort: Elbphilharmonie,

Werke von: Johannes Brahms, Antonín Dvorák

Mitwirkende: NDR Elbphilharmonie Orchester (Orchester), Francesco Piemontesi (Solist Instr.)

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