> > > > > 24.03.2018
Donnerstag, 19. Juli 2018

Tschaikowskys Manfred-Symphonie in Hamburg

Ganz eigene Klangsinnlichkeit

Das Doppelkonzert a-Moll op. 102 gehört zu jenen Kompositionen von Johannes Brahms, die selten aufgeführt werden. Es stellt eminente Anforderungen an beide Solisten, die weit über das rein Virtuose hinausgehen. Die Geigerin Julia Fischer und der Cellist Daniel Müller-Schott verfügen nicht nur über eine glänzende Technik, sondern verstehen sich auch prächtig, wie man bei dem Konzert im großen Saal der Elbphilharmonie unschwer, erhören‘ konnte. Da gibt es keine solistischen Eitelkeiten, sondern fabelhaft-konzentriertes miteinander musizieren. Kirill Petrenko und sein Bayrisches Staatsorchester sind gleichberechtigte Partner beim vollendeten Dialog mit der "achtsaitigen Riesengeige" (so ein Bonmot vom Brahms-Biografen Max Kalbeck zur Kombination von Geige und Cello). All das erklingt schon in den ersten Takten des ersten Satzes, der durch ein Orchestertutti eröffnet wird. Ein Monolog des Cellos erklingt, die Violine antwortet in höchsten Lagen und beiden begeben sich auf eine spannende musikalische Reise durch die komplexe Partitur. Das folgende gesangliche Andante in D-Dur bekommt seine innige Wirkung, durch das äußerst subtile Zusammenspiel von Julian Fischer und Daniel Müller-Schott. Die zahlreiche Parallelführungen der Soloinstrumente in Oktaven und die reizenden Wechsel mit den Holzbläsern vor dem Hintergrund zarter Hornklänge kommen exzellent zu Geltung. Der dritte Satz, ein virtuoses Rondo, wird zum perlenden Vergnügen. Aber all das konnte nur gelingen, weil Petrenko stets liebevoll-emphatisch sein Orchester durch die Partitur führt und einen samtigen klanglichen Hintergrund, vor dem die Solisten sich prachtvoll entfalten können, entwickelt. Petrenko lässt sich die Zeit, die diese Musik benötigt, ohne an Schwung zu verlieren, wobei die Höhepunkt sorgsam gesetzt werden, ohne mit der Kraft eines Ozeandampfers alles zu zermalmen. Er entlockt seinem Orchester wunderschöne Musik. Alles ist vorhanden: dynamische Vielfalt, perfekte Intonation, atemberaubendes Gefühl und nahtlose Kontinuität.

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Kritik von Michael Pitz-Grewenig

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Bayerisches Staatsorchester: Kirill Petrenko

Ort: Elbphilharmonie,

Werke von: Johannes Brahms, Peter Tschaikowsky

Mitwirkende: Kirill Petrenko (Dirigent), Bayerisches Staatsorchester (Orchester), Daniel Müller-Schott (Solist Instr.), Julia Fischer (Solist Instr.)

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