> > > > > 10.09.2017
Freitag, 22. September 2017

Verdis 'Il Trovatore' an der Oper Frankfurt

Triumphzug im Orchestergraben

Schauerkriegsromantik im Feld. An verkohlten Baumgerippen hängen weiße Fetzen. Um ein spärliches Lagerfeuer drängen sich Soldaten, kampfesmüde, verletzt, frierend. Da ertönt ein blecherner Trommelwirbel und noch einer, gefolgt von Orchesterfanfaren und Hornfanal. Mit einem 'All‘erta!' beginnt der Hauptmann Ferrando (Kihwan Sim) mit einer Geschichte. Sie handelt von der Liebe zweier Männer zu einer Frau. In seinen Erzählton mischen sich Befehlsgewalt und Autorität. Die Dramaturgie des Augenblicks speist sich aus den Klängen im Orchestergraben, treibt in Verwirrung stiftender Rasanz von Szene zu Szene, bis sich am Ende alles logisch zusammenfügt und das Drama im infernalischen Schluss gipfelt. So wollte es Giuseppe Verdi, als er bei 'Il Trovatore' auf eine konventionelle Ouvertüre verzichtete, aber auch auf einen logischen Handlungsstrang zugunsten der Dramaturgie des Augenblicks, gespeist aus der Fähigkeit, mit aller stimmlichen Bravour wahrhafte Charaktere minutiös auszuleuchten.

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Kritik von Christiane Franke

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Il Trovatore: Oper in vier Teilen

Ort: Städtische Bühnen,

Werke von: Giuseppe Verdi

Mitwirkende: Frankfurter Opern- und Museumsorchester (Orchester), Brian Mulligan (Solist Gesang), Marianne Cornetti (Solist Gesang), Piero Pretti (Solist Gesang), Elza van den Heever (Solist Gesang)


Presseschau mit ausgewählten Pressestimmen:

Der biblische David verführt raffiniert die Massen
(Frankfurter Neue Presse, )

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