> > > > > 10.12.2015
Samstag, 24. August 2019

'Der fliegende Holländer' an der Oper Frankfurt

Zwischen Schiffsschraube und Motorradgang

Disziplin scheint nicht die Stärke von Dalands Mannschaft zu sein, wie die vielen leeren Bierkästen auf dem Schiff vermuten lassen. So ist es auch keine Überraschung, dass die Matrosen nun vom Sturm überwältigt weitgehend hilflos und betrunken in den Seilen hängen. Bereits hier wird deutlich, dass David Bösch bei seinem 'Holländer' die Wirkung effektvoller Bilder zu nutzen versteht. Patrick Bannwarts Bühnenbild unterstützt diese Intention gekonnt und senkt während der Ankunft des Holländer-Schiffs eine riesige Schiffsschraube auf die Bühne. Danach folgt die Überraschung: Holländer samt Besatzung rollen als Motorrad-Gang in den Vordergrund. Von norwegischer Umgebung lässt auch der Spinnerinnen-Chor des zweiten Akts wenig erkennen, vielmehr fühlt man sich an eine Textilfabrik in Bangladesch erinnert, in der die Näherinnen zu Niedrigstlöhnen schuften. Das Finale des Werks mündet sozusagen in ein Selbstmordattentat Sentas, bei dem sie die Szenerie mit Benzin übergießt und in Brand setzt. Eine nicht wirklich librettokonforme Auflösung des Schlusses, die keineswegs neu ist: Man erinnert sich an Christine Mielitz' Produktion an der Wiener Staatsoper, die identisch endet. Dabei kommt der Regie natürlich zu gute, dass man sich für die Urfassung entschied, die noch nicht das später nachkomponierte Erlösungsmotiv beinhaltet.

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Kritik von Dr. Rainhard Wiesinger

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Der fliegende Holländer: Romantische Oper in drei Aufzügen

Ort: Alte Oper,

Werke von: Richard Wagner

Mitwirkende: Bertrand de Billy (Dirigent), Frankfurter Opern- und Museumsorchester (Orchester), Daniel Behle (Solist Gesang), Erika Sunnegårdh (Solist Gesang), Wolfgang Koch (Solist Gesang)

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