> > > > > 11.06.2015
Sonntag, 20. Oktober 2019

Verdis Oper in der Prager Staatsoper

Macbeth unterm schweren Fels der Schuld

Verdis erste Oper nach einem Drama von Shakespeare, dem dann noch die Meisterwerke 'Othello' und 'Falstaff' folgen werden, hatte es bei der Uraufführung 1847 in Florenz zunächst nicht so leicht, das Publikum zu überzeugen - die damalige Presse schon gar nicht. In der Prager Staatsoper war das Publikum am Premierenabend nach der Neuinszenierung des Nationaltheaters begeistert und sparte schon im Verlauf der Aufführung nicht mit herzlichem Zwischenapplaus. Die Aufführung überzeugt in zweifacher Hinsicht, gesanglich und optisch, und hier vor allem durch das Bühnenbild von Hans Hoffer. Der Künstler hat die Bühne gänzlich leergeräumt. Das nackte Theater, schwarze Wände, technische Geräte, Scheinwerfer, sonst nichts. Nur die rot herausstechenden Feuerlöscher warnen wie Signalzeichen möglicher Gefahren. Zunächst kaum wahrnehmbar in der Höhe, genau über jener Fläche der Bühne, die sich in die Tiefe senken wird, wo für Zuschaueraugen unsichtbar geplante Morde vollzogen werden und wo demzufolge auch nicht sichtbar ist, wie viele Leichen hier schon liegen, senkt sich ein mächtiger Felsbrocken langsam, aber unaufhaltbar auf das Geschehen. Am Ende wird Macbeth einsam unter dieser Last aus Schuld und Verbrechen verbluten. Neben ihm wird Macduff mit einer wackeligen Konstruktion hoch gefahren und als neuer Herrscher präsentiert, dieweil das Volk mit mächtigem Schlussgesang 'Salve o re!' noch für Momente dem Sterbenden zujubelt, gemäß der Devise, dass nur ein toter Herrscher auch ein guter ist.

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Kritik von Boris Michael Gruhl



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Macbeth: Oper von Giuseppe Verdi

Ort: Staatsoper,

Werke von: Giuseppe Verdi

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