> > > > > 07.12.2005
Mittwoch, 23. Oktober 2019

Das Theater Freiberg versucht sich an „Intermezzo"

Strauss’ Selbstinszenierung

Die Idee ist gut. 1924 wurde in Dresden Richard Strauss’ ‘Intermezzo´, eine ‚bürgerliche Komödie mit sinfonischen Zwischenspielen in zwei Aufzügen’, erfolgreich uraufgeführt – und seit dem in der traditionsreichen Elbemetropole nicht mehr gegeben. Da hatten der Intendant des Mittelsächsischen Theaters Freiberg, Mark Schönwasser-Görke, und sein GMD, Jan Michael Horstmann, die Idee in ihrer mittlerweile überregional bekannten Reihe mit Ausgrabungen deutscher Opern eben jenes Werk aufs Programm zu setzen. Und während an Dresdens Semperoper erst vor kurzem Richard Strauss’ ebenfalls kaum gespielte ‘Liebe der Danae’ erfolgreich wiederbelebt wurde, während man in Dresden gar Strauss-Festtage begeht, hatte in Freiberg ‘Intermezzo’ Premiere. Der Intendant selbst führt Regie, der GMD dirigiert.

Ein wagemutiges Unternehmen, das in vielerlei Hinsicht an die Grenzen des am Mittelsächsischen Theater Freiberg machbaren stößt. Man hat sich selbst die Meßlatte hoch gesetzt, um daran zu kratzen, wie der regieführende Intendant selbst sagt. Nun, diese Kratzgeräusche sind zu vernehmen – aber sie machen nicht immer schöne Töne. Mit in den Streichern abgespeckter Orchesterbesetzung und einigen Strichen (je eine ganze Szene im 1. und 2. Akt, sowie vielen kleineren Eingriffen) stemmt man, was man stemmen kann. Das mag aus Theatersicht gelungen sein, da man es tatsächlich geschafft hat, einen funktionierenden Theaterabend auf die Bühne zu bringen. Und liebt man sein Theater, so wie das die Freiberger tun, wird man das anerkennen. Das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass man in der Aufführung weder erfährt, warum dieses Stück nun gespielt werden muss, noch die nötige musikalische Qualität erreicht, die über ein lokales ‘na, das ist ja beachtlich’ hinausreichen würde. Dem Stück als solchem, im Sinne eines Wiederbelebungsversuches ist damit nicht gedient.

Big Brother 1924?

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Kritik von Uwe Schneider



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Richard Strauss: Intermezzo : Insz: M.Schönwasser-Görke; Dirigent: J.M.Horstmann

Ort: Mittelsächsisches Theater,

Werke von: Richard Strauss

Mitwirkende: Jan Michael Horstmann (Dirigent), Mittelsächsische Philharmonie (Orchester), Hans-Heinrich Ehrler (Solist Gesang), Klaus Kühl (Solist Gesang), Susanne Engelhardt (Solist Gesang), Guido Kunze (Solist Gesang), Carola Glaser (Solist Gesang)

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