> > > > > 01.02.2015
Samstag, 2. Juli 2022

Kirill Petrenko versucht sich am Belcanto

'Lucia' als amerikanisches Emanzipationsdrama

Die Neuproduktion von Gaetano Donizettis 'Lucia di Lammermoor' an der Bayerischen Staatsoper lebt dramaturgisch von einer einzigen Idee der Regisseurin Barbara Wysocka. Sie hat die Oper aus dem nebligen Schottland ins patriarchal geprägte Amerika der 50er oder 60er Jahre verlegt. Aus Lucia wird eine Jackie Kennedy in entsprechenden Kostümen und mit entsprechender Frisur, Edgardo kommt wie James Dean, sogar im Cadillac daher. Durch diese Verlegung kann die Regisseurin einen Aspekt des Librettos der Oper betonen, der in ihm vielleicht angelegt, aber selten so klar herausgearbeitet ist: die Revolte und Emanzipation einer starken Frau gegen eine männerdominierte Gesellschaft. Bei Wysocka ist Lucia kein verliebtes Girlie oder durchgeknalltes Hascherl, sondern eine großartig kämpfende Frau in einer durch und durch von Männern geprägten Welt. Die Auseinandersetzung zwischen Lucia und ihrem Bruder wird hart geführt, und das große Duett zwischen beiden wird darstellerisch zu dem dramaturgischen Höhepunkt des Abends. Leider war's das dann aber auch schon mit den guten Ideen, denn der Rest der Oper kommt in einem Einheitsbühnenbild, einem heruntergekommenen Prunksaal eines ehemaligen Hotels oder einer Residenz, größtenteils bieder, manchmal geradezu peinlich und für eine Schauspielregisseurin dann doch erschreckend konventionell, schlicht und einfach langweilig daher.

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Kritik von Prof. Dr. Michael Bordt



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Donizetti: Lucia di Lammermoor: Oper in drei Akten

Ort: Bayerische Staatsoper,

Werke von: Gaetano Donizetti

Mitwirkende: Kirill Petrenko (Dirigent), Orchester der Bayerischen Staatsoper (Orchester), Diana Damrau (Solist Gesang), Pavol Breslik (Solist Gesang), Georg Zeppenfeld (Solist Gesang), Luca Salsi (Solist Gesang)

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