> > > > > 23.11.2014
Mittwoch, 23. September 2020

Russisches Staatsorchester & Jurowski

Analytische Emphase

Wenn russische Orchester Tschaikowsky spielen, gibt es bestimmte Erwartungen. Schwer, dunkel und expressiv muss es sein. Voller Weltschmerz und großer Gefühle, so weit und breit wie die Taiga, so warm und melancholisch wie die russische Seele. Und so veraltet nationale Klischees in der internationalisierten Gegenwart von 2014 sein mögen, ganz ihre Berechtigung haben sie nicht verloren. Bergen Klischees doch stets einen wahren Kern. Ein Umstand, der sich auch beim Auftritt des Russischen Staatsorchesters und Vladimir Jurowskis in der Laeiszahlle bestätigte. Unter Jurowski kamen die famos krachenden Kraftgesten mit Becken und Großer Trommel im Finale der Ersten Sinfonie in g-Moll eindrucksvoll zur Entfaltung. Den Walzer im Mittelteil des 'Scherzando'-Satzes spielten die Streicher mit melodischem Schmelz. Und nicht nur im Kopfsatz hinterließen Celli und Kontrabässe einen bleibenderen Eindruck als die in der Höhe etwas zu scharfen Violinen. Jenes hüpfendes Seitenthema mit Triolen war im 'Allegro tranquillo' gleichsam der heimliche Protagonist, dank der Plastizität der tiefen Streicher. Ausschweifende Melodik gab es in Horn und Oboe im 'Adagio', das den Beinamen der Sinfonie "Winterträume" verständlich werden ließ. "Russisch" klang dieser Tschaikowksy also durchaus. Genau so wie übrigens die Zugabe 'Nänie' des heute vergessenen Anatol Ljadow, der diesen lichten Trauergesang in seinem Todesjahr 1914 komponierte.

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Kritik von Dr. Aron Sayed

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Russisches Staatsorchester : Julia Fischer

Ort: Laeiszhalle,

Werke von: Peter Tschaikowsky, Robert Schumann, Johannes Brahms, Paul Hindemith

Mitwirkende: Vladimir Jurowski (Dirigent), Julia Fischer (Solist Instr.)

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