> > > > > 18.05.2014
Montag, 24. Februar 2020

Charles Gounod

La Fura dels Baus interpretiert Gounods 'Faust'

Ein Grand-Opéra-Fest in Amsterdam

Wenn sogar die ferne New York Times einen Rezensenten nach Amsterdam schickt, um über eine neue Produktion bei De Nationale Opera (DNO) zu berichten, dann kann man davon ausgehen, dass da etwas Besonderes im Gange ist. Vor allem, wenn die Rezension anschließend geradezu hymnisch positiv ausfällt. Worum geht’s also? In Amsterdam ist der plötzlich allerorten wiederentdeckte – zuvor lang vergessene bzw. geschmähte – Charles-Gounod-Klassiker 'Faust' (1859) neu in Szene gesetzt worden. Und zwar von einem der Regisseure der katalanischen Theatermachergruppe La Fura dels Baus, Àlex Ollé. Ihm zur Seite der französische Spezialist für Barockopern und Operetten Marc Minkowski, der das Rotterdams Philharmonisch Orkest dirigiert. Und ein Sängerteam, das im Rundumschlag viele Namen bietet, die derzeit "up and coming" sind, allen voran den jungen amerikanischen Tenor Michael Fabiano, der soeben zwei bedeutende US-Preise für Nachwuchskünstler gewonnen hat und einen vokal leidenschaftlich durchglühten Titelhelden bietet, der mit großer Strahlkraft im Ton beeindruckt und seine hohen Cs mit einem Aplomb serviert, wie sie im klassischen Tenor-Einmaleins nicht schöner zu finden sind. Daneben die junge Russin Irina Lunga als warm-timbrierte Marguerite, die sich in Sachen "Hohes C" nicht lumpen lässt und ihrem Verführer zwei der großartigsten Spitzentöne entgegenschleudert, die ich seit langem in einer Live-Aufführung gehört habe. Dafür wurden beide Solisten vom ansonsten zurückhaltend Zwischenapplaus spendenden Amsterdamer Publikum zu Recht bejubelt. Und dann sind da noch Mikhail Petrenko als jugendlicher Mephisto in Drogendealer-Outfits und die Luxusbesetzung der Siebel mit Marianne Crebassa. Ich könnte fortfahren, denn auch der Valentin von Florian Sempey beeindruckt mit donnernden Höhen, nicht nur in seiner berühmten Arie, die Marthe von Doris Lamprecht ist mit Riesenbrüsten eine spannende Karikatur-Nebenfigur und der Chor ist – an allen (!) Stellen – überwältigend. Besonders die berühmte Soldatennummer wird zum "Show Stopper" allererster Güte.

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Kritik von Dr. Kevin Clarke

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Gounod: Faust: De Nederlandse Opera Amsterdam

Ort: Het Muziektheater (DNO = De Nederlandse Opera),

Werke von: Charles Gounod

Mitwirkende: Chor der Niederländischen Oper (Chor), Marc Minkowski (Dirigent), Rotterdam Philharmonic Orchestra (Orchester)

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