> > > > > 22.03.2014
Dienstag, 20. August 2019

Jeffrey Tate dirigiert 'Ein Deutsches Requiem'

Brahms-Bombast

Diese Aufführung des Brahms-Requiems unter Jeffrey Tate mit den Hamburger Symphonikern und dem Philharmonia Chorus London war eindeutig zu grob. Vielleicht lag es daran, dass der renommierte Chor in 120 Kopf starker Besetzung angereist war und das Ergebnis darum insgesamt recht massig klang (Einstudierung: Stefan Bevier), eher nach Mahlers Achter oder einem 'Dies Irae' à la Verdi denn nach dem ruhigen und im Charakter trostvollen Siebensätzer von Brahms. Vielleicht lag es aber auch am Zugriff des Chefdirigenten selbst, der, überspitzt gesagt, dynamisch nur zwei Extreme vorgab: Sehr laut und leise. Natürlich ist zum Beispiel im zweiten Satz gegen ein stimmgewaltiges Tutti auf einer sorgsam vorbereiteten Klimax – 'Denn alles Fleisch, es ist wie Gras' – überhaupt nichts einzuwenden. Und auch die hochdramatische Vivace-Passage im sechsten Satz – 'Der Tod ist verschlungen in den Sieg' – darf gerne drauf los donnern. Doch wenn sich die Interpretation gefühlte zwei Drittel des Werkes im Modus maximaler Lautstärke bewegt, so dass tatsächlich der Eindruck entsteht, hier werde man permanent auf imposante musikalische Weise von einer Menschenmenge angebrüllt, dann wirkt das rasch einseitig. Paradebeispiele hierfür waren die triumphalen Schlusspassagen der ersten beiden Sätze. Dies zumal es ja auch noch ein ganzes Orchester gibt, das der Chor aber oftmals überdeckte.

Um die komplette Kritik zu lesen, loggen Sie sich bitte mit Ihrer Email-Adresse und Ihrem Kennwort ein:

E-Mail:
Kennwort:


Sollten Sie noch kein Nutzerkonto bei klassik.com besitzen, können Sie sich hier kostenlos registrieren.

Mehr erfahren über den Autor

Kritik von Dr. Aron Sayed

Kontakt aufnehmen mit dem Autor

Kontakt zur Redaktion


Hamburger Symphoniker: 7. Symphoniekonzert

Ort: Laeiszhalle,

Werke von: Johannes Brahms, Witold Lutoslawski

Mitwirkende: Jeffrey Tate (Dirigent), Hamburger Symphoniker (Orchester), Chen Reiss (Solist Gesang), Christian Gerhaher (Solist Gesang)

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel.

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.


Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/2019) herunterladen (2731 KByte) Class aktuell (2/2019) herunterladen (4851 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Antonín Dvorák: String Quartet B 57 in E major op.80 - Finale. Allegro con brio

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich