> > > > > 22.09.2013
Sonntag, 14. August 2022

Richard Wagner

Westbroek und O'Neill als Wälsungenpaar

Traum von der idealen 'Walküre'

Hätte mich nach dem ersten Aufzug ein Winterstürme-Blitz getroffen, so wäre ich im Wissen gestorben, soeben eine der grandiosesten Wagner-Aufführungen seit langem erlebt zu haben: Für die 'Walküre' konnte die Deutsche Oper Berlin nicht nur mit Simon Rattle am Pult des famos aufspielenden Hausorchesters Herausragendes bieten, sondern auch die Besetzung von Hunding, Siegmund und Sieglinde war atemberaubend. Mit Eva-Maria Westbroek als DOB-Debütantin kehrte die vermutlich großartigste Sieglinde der Jetztzeit nach Berlin zurück (zur Erinnerung: vor Jahren war sie Ensemblemitglied an der Komischen Oper und musste die Hauptstadt verlassen, um Karriere zu machen, weil sie hier niemand fördern wollte). Ihre warmen, in allen Lagen durchschlagenden Töne, ihre sympathische Erscheinung, ihr intensives natürliches Spiel, das alles machte sie zu einer Traumheroine, wie ich sie in dieser Produktion in den letzten 30 Jahren nicht gehört und gesehen habe. (Und ich habe ziemlich viele der 54 Aufführungen dieser 'Walküre' in Berlin erleben dürfen.) Der Jubel für Westbroek nach dem ersten Aufzug, aber auch am Ende, nachdem sie ihr "Hehrstes Wunder" in den Saal geschleudert hatte, war orkanartig. An Westbroeks Seite: Simon O’Neill als silbertrompetenhafter Siegmund, der wortdeutlich und spannend eine Rolle gestaltete, die viele nur brüllen, für die O‘Neill aber überraschend zarte und leise Töne fand, etwa in den "Winterstürmen", die auch Sir Simon derart zurücknahm, dass ein Klangteppich von schubertscher Zartheit entstand. Dem gegenüber standen die "Wälse"-Rufe, die vor Kraft und Explosivität nur so strotzen. Sopran und Tenor sangen sich in der berühmten Verbotene-Liebe-Szene in eine Rage, in einen Rausch, denen man den Rang des Außerordentlichen attestieren muss. Dazu Reinhard Hagen als sonorer, finster-bedrohlicher Hagen, eine klare, Non-Nonsens-Inszenierung von Götz Friedrich – und man glaubt endlich einmal im reinen Wagner-Himmel angekommen zu sein. Wie gesagt: Der Applaus nahm schon nach dem ersten Aufzug Ausmaße an, wie ich sie seit Jahren nicht mehr an der DOB gehört hatte.

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Kritik von Dr. Kevin Clarke

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Wagner: Die Walküre: Deutsche Oper Berlin

Ort: Deutsche Oper,

Werke von: Richard Wagner

Mitwirkende: Sir Simon Rattle (Dirigent), Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester), Eva-Maria Westbroek (Solist Gesang), Reinhard Hagen (Solist Gesang), Thomas Johannes Mayer (Solist Gesang), Evelyn Herlitzius (Solist Gesang)

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