> > > > > 21.06.2013
Sonntag, 18. August 2019

Nagano dirigiert Schönbergs 'Gurrelieder'

Wenig gestalterische Phantasie

Es ist nicht gerade alltäglich vor, dass ein Komponist über den Erfolg eines Werks so vergrämt ist, dass er sich weigert, den Applaus der Zuhörer entgegenzunehmen: Als im Wiener Musikverein am 23. Februar 1913 die von Franz Schreker dirigierte Uraufführung der hyperromantischen 'Gurrelieder' so begeistert akklamiert wurde, dass sie der größte Erfolg in Schönbergs Komponistenkarriere bleiben sollte, verweigerte der Komponist dem seiner Ansicht nach zu konservativen und intoleranten Konzertbesuchern, das seine atonalen Werke bekanntlich ablehnte, die persönliche Entgegenahme des Applauses. Und auch Wiens einflussreichster Kritiker Julius Korngold jubelte in der "Neuen freien Presse", dass "man Brennnesseln erwartete, aber Blumen bekam." Die Brenneseln sollten - zumindest dem Verständnis der Traditionalisten nach - aber nur wenige Wochen später sprießen, wobei die Reaktionen des Publikums Schönbergs Vorbehalte gegenüber Wiens Musikfreunden noch bei weitem übertrafen: Das Konzert am 31. März wurde im Musikverein zum Schauplatz von Handgreiflichkeiten, die in die Musikgeschichte eingingen. Auf dem Programm standen neben Stücken Alban Bergs und Anton von Weberns auch Schönbergs Kammersymphonie op. 9, wobei sich die verfeindeten Lager nicht mehr mit verbalen Duellen begnügten. Presseberichten zufolge hätten Konzertbesucher sogar versucht, das Podium zu erklimmen und den Komponisten zu ohrfeigen. Das Konzert musste abgebrochen werden, und es gab sogar ein gerichtliches Nachspiel.

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Kritik von Dr. Rainhard Wiesinger

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Schönberg: Gurrelieder: Kent Nagano, Wiener Symphoniker

Ort: Konzerthaus,

Werke von: Arnold Schönberg

Mitwirkende: Wiener Singakademie (Chor), Kent Nagano (Dirigent), Wiener Symphoniker (Orchester), Angela Denoke (Solist Gesang), Mihoko Fujimura (Solist Gesang), Albert Dohmen (Solist Gesang), Sunnyi Melles (Solist Gesang)

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