> > > > > 05.07.2012
Dienstag, 17. Oktober 2017

'ANOIA' von Gordon Kampe in Oldenburg

Einprägsames Opernexperiment

Es gibt keinen Vorhang, der die Bühne vor dem Blick des Zuschauers verbirgt. Beim Eintreten sieht man daher die Sänger auf dem Boden sitzen und in sich versunken zu leisen Klängen diverse Tätigkeiten verrichten, eingehüllt in graue Kleidung, die seltsam dysfunktional wirkt: ein Hut, der sich an einen Oberarm anschmiegt, eine Jacke, die am Rücken offen steht, dazu seltsamer Zierrat aus Schnüren, Tüchern und Hosenträgern, die am Oberkörper herunterbaumeln oder am Hosenbund befestigt sind. Der Bühnenboden ist mit einem Labyrinth aus Worten und Sätzen in geometrisch verwinkelten Bahnen bedeckt, in der Mitte steht, den Blick sofort auf sich lenkend, ein großer gläserner Kubus, in dem sich eine junge Frau befindet: Anoia, Hauptperson und Namensgeberin des Bühnenwerkes. Dieses Szenario wird während der nachfolgenden 70 Minuten Aufführungsdauer zum Ausgangspunkt des Geschehens: Die Darsteller bewegen sich meist an den Wortlinien des Bühnenbodens entlang, deren Konturen sie verwischen und mit Kreide erneuern, umkreisen dabei singend und sprechend den Glaskäfig, während die junge Frau – von einer Tänzerin verkörpert – auf Worte und Klänge zu reagieren scheint und immer wieder verzweifelte Versuche unternimmt, mit der Außenwelt zu kommunizieren oder die Glaswände zu durchdringen, die sie in der Bühnenmitte festhalten.

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Kritik von Prof. Dr. Stefan Drees

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ANOIA (Uraufführung): Musiktheater von Gordon Kampe

Ort: Oldenburgisches Staatstheater,

Mitwirkende: Ulrich Schneider (Darsteller)

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