> > > > > 11.06.2011
Montag, 19. August 2019

Schätze des Repertoires: 'Der fliegende Holländer'

14. Rigaer Opernfestival

Wenn ein Werk zu den Schätzen des Rigaer Repertoires gehört, dann Richard Wagners 1843 in Dresden uraufgeführte Oper 'Der fliegende Holländer'. Von 1837 bis 1839 war Wagner Kapellmeister des deutschen Theaters, er nannte es die "Rigaer Scheune". Die steil ansteigenden Sitzreihen und die beinahe gegebene Möglichkeit völliger Verdunkelung sollen ihm erste Anregungen für die Idee des Bayreuther Festspielhauses gegeben haben. Hier musste er sich tief in die Welt des Belcanto begeben. Bellinis 'Norma' galt es für ganze 21 Orchesterstimmen zu bearbeiten. Hier musste er aber auch bei Nacht und Nebel in einer Blitzaktion das Weite suchen; er musste hochverschuldet vor seinen Gläubigern fliehen. Diese Flucht mit Minna und einem Hund, der ihm wohl auch nicht gehörte, führte von Riga aus übers Meer, und man geriet bei mangelnder Seetauglichkeit des Schiffes und der Passagiere, von der ominösen Mannschaft ganz zu schweigen, in lebensgefährliche Seenot. Als Wagner in Heinrich Heines Bearbeitung die Sage vom Holländer kennenlernte, hatte er einen Stoff und so etwas wie den Grundton seines künftigen Schaffens. Die Welt der Sagen und Mythen, unerlöste Wanderer, erlösungswillige Frauen, Vollendung und Erfüllung in höheren oder anderen Welten, Tod vorausgesetzt - dieser wiederum in vollkommener Vollendung als Liebestod. Der gehört eigentlich Tristan und Isolde, aber wenn am Ende vom 'Fliegenden Holländer' Senta dem Geliebten nach ins Meer und in den sicheren Tod springt, dann ist das ihre Erlösungstat für den verfluchten Gotteslästerer, dem um ein Haar die letzte Frist abgelaufen wäre. Das hätte ewige Vernichtung bedeutet, über den jüngsten Tag hinaus.

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Kritik von Boris Michael Gruhl



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14. Rigaer Opernfestival: Wagner: Der fliegende Holländer

Ort: Latvian National Opera,

Werke von: Richard Wagner

Mitwirkende: Andris Freibergs (Bühnenbild), Kristine Pasternaka (Kostüme), Andrejs Zagars (Regie)

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