> > > > > 28.11.2010
Montag, 25. Oktober 2021

Thielemann und die Wiener Philharmoniker in Paris

Un spectacle extraordinaire, Teil II

Die Achte Sinfonie, uraufgeführt 1814 in Wien, nimmt unter allen Sinfonien Beethovens eine Sonderstellung ein: Nicht nur ist sie kürzer als die anderen Werke, auch im ganzen Ausdruck unterscheidet sie sich deutlich von ihren Geschwistern. Sie hat weder den heroischen Impetus der Dritten noch die Dramatik der Fünften, noch die Monumentalität der Siebten. Heiter, unbeschwert, fast beschaulich nimmt sie sich aus im Vergleich zu den anderen symphonischen Werken des Komponisten. Gerade darum war es wohltuend, mit ihr zwischen der "Eroica", mit welcher der letzte Abend schloss, und der Neunten, welche folgen sollte, eine Oase der Entspannung zu haben. – Wobei natürlich auch ihr dramatische Momente innewohnen. Thielemann nimmt zum Beispiel die d-Moll-Passage der Durchführung mit dem Fugato, das den synkopierten Kopf des Hauptthemas verarbeitet, im 'Allegro vivace e con brio' ungeheuer wild und kraftvoll. Auch im vierten Satz ('Allegro vivace') arbeitet er die scharfen Kontraste deutlich heraus. Das nach der Reprise auftauchende neue Thema, das Beethoven fugatoartig verarbeitet, steigert sich fast bis zur Wildheit. Doch das sind dramatische Klippen in einer sonst heiteren Landschaft. Thielemann macht aus dem dritten Satz ('Tempo di Minuetto') also auch keine Parodie auf die damals schon als veraltet empfundene Form des Menuetts, was durch das starke Akzentuieren des Dreiermetrum leicht zu erreichen wäre, vielmehr steht bei ihm das Trio mit seinem fast schon banalen, gemütvollen Ländlerton im Zentrum.

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Kritik von Christian Gohlke



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Thielemann, Wiener Philharmoniker: Paris

Ort: Théâtre des Champs-Elysées,

Werke von: Ludwig van Beethoven

Mitwirkende: Christian Thielemann (Dirigent), Wiener Philharmoniker (Orchester), Annette Dasch (Solist Gesang), Mihoko Fujimura (Solist Gesang), Piotr Beczala (Solist Gesang), Robert Holl (Solist Gesang)

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