> > > > > 11.12.2010
Sonntag, 28. November 2021

Unspektakuläres Debut von Rene Zisterer in Köln

Schmucklose 'Zauberflöte'

Die Wanderschaft der Kölner Oper durch verschiedene Spielstätten der Stadt wurde mit der gestrigen Premiere von Mozarts 'Zauberflöte' in der Aula der Universität fortgesetzt. Die Inszenierung von René Zisterer (Debut an der Kölner Oper) blieb dabei in vielerlei Hinsicht sehr nüchtern und lieferte kaum über die Handlung hinausgehende Deutungsansätze. Ohnehin hatte man den Eindruck, dass auf alles verzichtet wurde, worauf verzichtet werden konnte. So agierten die Sänger oft auf gänzlich leerer Bühne; es gab so gut wie keine Requisiten. Man merkte, dass in der Aula der Universität an vielen Stellen improvisiert werden musste. Das gelang einerseits beispielsweise dadurch, dass man sich den Stärken des Raumes bediente und Tamino, Papageno und Papagena nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Zuschauerraum agieren ließ. Ein toller akustischer Effekt ergab sich auch beim Chor der Priester ('O Isis und Osiris'), bei dem das Orchester aus dem Graben, der Chor aber vom höher gelegenen Rang aus zu hören war und der Zuhörer so von beiden Klangkörpern umrahmt wurde. Andererseits stellte man sich bei dem im besten Willen noch als puristisch zu bezeichnenden Bühnengeschehen die Frage, ob nicht die räumlichen Gegebenheiten Ausgangspunkt für diese fast nichtssagende Inszenierung waren. In dem sonst als Hörsaal genutzten Raum eine abendfüllende Oper mit verschiedenen Szenen aufzuführen ist wahrlich eine Herausforderung, vor allem, weil die Bühne nicht besonders groß ist und weit hinten im Raum liegt, weshalb auch nur wenige Szenen auf der eigentlichen Bühne spielten. Vielmehr wurde entweder im Zuschauerraum oder vor einem verschlossenen Vorhang auf der nach vorne erweiterten Bühne gespielt. Diese reichte in Form eines Rondells bis zur ersten Zuschauerreihe und war in der Mitte für die Orchestermusiker ausgespart. Der Eindruck, man versuche in der Universitätsaula aus der Not eine Tugend zu machen, zog sich insgesamt an vielen kleinen nichtvorhandenen Details wie ein roter Faden durch die gesamte Oper: Die Inszenierung schien in ihrer Schlichtheit geradezu auf den Raum zugeschnitten und darauf angelegt zu sein, möglichst jede Art von Interpretationsansatz auszusparen.

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Kritik von Peter Büssers



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Mozart: 'Die Zauberflöte': Oper Köln (Premiere am 11.12.2010)

Ort: Aula der Universität,

Werke von: Wolfgang Amadeus Mozart

Mitwirkende: Gürzenich-Orchester Köln (Orchester), Mojca Erdmann (Solist Gesang), Tölzer Knabenchor (Solist Gesang), Lothar Odinius (Solist Gesang), Wilfried Staber (Solist Gesang)

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