> > > > > 23.09.2010
Mittwoch, 29. Juni 2022

'Die Zauberflöte' an der Bayerischen Staatsoper

Ein Glück, trotz allem

Zugegeben: Es lässt sich vieles bemängeln an der aktuellen Besetzung der 'Zauberflöte' der Bayerischen Staatsoper. Dass etwa Stephen Milling als Sarastro zwar über einen wohllautenden, runden Bass verfügt, mit den Tiefen seiner Partie aber hörbar Mühe hat und in der „Hallenarie“ recht blass bleibt, ist so bedauerlich wie der Umstand, dass Kathleen Kim als Königin der Nacht ihre Spitzentöne verwackelt und zudem arge Schwierigkeiten hat, sich dem Rhythmus des Orchesters anzuschließen. Auch der Tamino des Michael Schade beglückt nicht restlos. Merkwürdig gequetscht und näselnd klingt seine Stimme, und der natürliche Strom der Empfindung scheint durch einen allzu bewussten Gestaltungswillen eher gehemmt als gefördert zu werden. Dass die „Bildnisarie“ hörbar macht, wie seine Liebe zu Pamina entsteht und wächst, wird bei ihm kaum deutlich. Schade setzt zu laut an, ist gleich zu emphatisch bei der Sache, wo doch erst nach und nach das Gefühl sich steigern und intensivieren sollte. Genia Kühmeier singt diese Pamina mit sanft leuchtendem, weichem Sopran, der aber manchmal nicht ganz frei auszuströmen und aufzublühen scheint. So ließen die großen melodischen Bögen in ihrer sonst zart und innig vorgetragenen g-Moll-Arie ('Ach, ich fühl's') oder im Quartett mit den drei Knaben zu Beginn des zweiten Finales ('Zwei Herzen, die vor Liebe brennen') doch etwas an Energie und Strahlkraft vermissen. Dennoch, Genia Kühmeier ist dank der Weichheit ihrer Stimme und ihres Wesens eine glaubhafte und anrührende Pamina. Auch Nikolay Borchev überzeugt als charmanter, witziger Papageno mit wohlklingendem Bariton durchaus, wenn er seine Rolle gelegentlich auch so übertrieben clownesk anlegt, dass man sich in einer Vorstellung der 'Zauberflöte' für Kinder wähnt. Papageno ist aber ja nicht nur ein Kasperl.

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Kritik von Christian Gohlke



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Mozart: 'Die Zauberflöte': Bayerische Staatsoper

Ort: Bayerische Staatsoper,

Werke von: Wolfgang Amadeus Mozart

Mitwirkende: Stephen Milling (Solist Gesang), Michael Schade (Solist Gesang), Genia Kühmeier (Solist Gesang), Nikolay Borchev (Solist Gesang), Christian Rieger (Solist Gesang), Tölzer Knabenchor (Solist Gesang)

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