> > > > > 24.09.2010
Mittwoch, 18. September 2019

Musikalisch großartiger 'Mefistofele' im Revier

Verweile doch, du bist so schön!

Gott ist ein Rocker. Ein ziemlich cooler noch dazu, mit hellgrauem Anzug und passendem, ins Gesicht gezogenem Hut. Außerdem ist Gott kleinwüchsig und meist in Begleitung zweier knackiger Engel unterwegs. Überhaupt: Er ist viel zu sehen in diesem 'Mefistofele' am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Gelassen, bisweilen auch gelangweilt schaut er sich an, wie sein alter Rivale Mephisto versucht, Macht über Fausts Seele zu erlangen und damit Gott selbst zu überwinden. Doch am Ende besiegt ihn nicht der Teufel; sondern die Verehrung des toten und erlösten Faust durch die himmlischen Heerscharen zwingen ihn zum Abdanken. Der Mensch triumphiert über Gott. Trotz der offensichtlich erscheinenden Aktualität: Es ist eine eigenwillige Deutung des von Boito eigenhändig zusammengestauchten Faust-Stoffs, der an sich schon rätselhaft genug ist und in seiner Aussage zigfach von einer auf die andere Seite gewälzt worden ist. In letzter Konsequenz überzeugen will sie allerdings nicht. Zwar ist Mephisto am Schluss nur für den Augenblick geschlagen, doch der Sieger des ewigen Streits zwischen Gut und Böse ist in diesem Moment doch eindeutig das Gute, in diesem Fall also Gott. Allein schon die Musik lässt daran keinen Zweifel.

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Kritik von Frederik Wittenberg



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Boito: 'Mefistofele': Gelsenkirchen

Ort: Musiktheater im Revier (MiR),

Werke von: Arrigo Boito

Mitwirkende: Neue Philharmonie Westfalen (Orchester), Michael Schulz (Regie), Ray M. Wade, jun. (Solist Gesang)

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