> > > > > 30.10.2010
Dienstag, 17. September 2019

Humperdincks 'Hänsel und Gretel' in Freiburg

Musikalisches Naschwerk

Wo bleibt die Drastik? Immerhin handelt das Grimm'sche Märchen von einem archetypischen Konflikt, immerhin gelangen Hänsel und Gretel zu einer Hexe, die bei den Grimms einmal zu Gretel sagt: "Steh auf, Faulenzerin, trag Wasser und koch deinem Bruder etwas Gutes, der sitzt draußen im Stall und soll fett werden. Wenn er fett ist, so will ich ihn essen." In Engelbert Humperdincks Partitur ist diese ungeheure Brutalität jedenfalls nicht zu finden; seiner (handwerklich makellos gearbeiteten) Musik mangelt es an Doppelbödigkeit und existentieller Wucht. Doch liegt dies nicht auch zu einem großen Teil am Genre der Märchenoper? Und insbesondere an den Situationen und Konstellation in dem von Humperdincks Schwester Adelheid Wette angefertigen Libretto, das die Figur der Mutter verharmlost und das Geschehen in einen christlichen Rahmen zwingt, der äußerlich bleibt und nach dem schwachen, weil viel zu rasch und reibungslos ablaufenden dritten Bild ein nachgerade tümelndes Ende herbeiführt? Inwieweit also kann man dem Komponisten, der während der Entstehung des 'Parsifal' Wagners Assistent gewesen war, den musikalischen Zuckerguss zum Vorwurf machen? Ein Lebkuchenhaus bleibt ein Lebkuchenhaus, 'Hänsel und Gretel' ist nicht 'Elektra', und das einzige Heil, von dem der oft in kindlichem Duktus gehaltene Text kündet, ist ein fragwürdiges "Kuchenheil".

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Kritik von Dr. Dennis Roth

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Humperdinck: 'Hänsel und Gretel': Theater Freiburg

Ort: Städtische Bühnen,

Werke von: Engelbert Humperdinck

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