> > > > > 16.03.2011
Dienstag, 17. September 2019

Kocsis spielt Schubert

Melodische Melancholien

Der auch als Dirigent und Komponist in Erscheinung tretende Pianist Zoltán Kocsis ist ein Mann, der, wie die Musik Franz Schuberts, Widersprüche in sich vereinigt. Bei seinem einzigen Klavierabend in Deutschland im Jahr 2011, der sich in der Freiburger Musikhochschule ereignete, schlug er auf dem Steinway den Anfangsakkord noch in den Begrüßungsapplaus hinein, ganz den über Instrument und Publikum stehenden Virtuosen gebend. Nach Bewältigung der Vier Impromptus D 899 verwies der symphatische Ungar mit bescheidener, dabei leicht neckisch anmutender Geste auf den Flügel, wie um zu sagen: Dankt nicht mir, dankt ihm. Gleichwohl nutzte Kocsis besonders das zweite und letzte der Impromptus, die beide zum Populärsten gehören, was Schubert für das Klavier geschrieben hat, als Ausweis seiner über allen Unwägbarkeiten schwebenden Technik. Selten hat man im zweiten Impromptu die Läufe aus Achteltriolen rasanter perlen gehört, selten klangen die absteigenden Kaskaden im vierten so mühelos aus dem Ärmel geschüttelt, ohne dass man den Zusammenhang stiftenden melodischen Bogen zu vermissen brauchte. Seltsam bewegungsarm, geradezu in Erstarrung begriffen wirkte hingegen das erste der Impromptus in c-Moll. Unter Kocsis' Händen geriet das vertikal strukturierte Stück zu einer weit ausgedehnten langsamen Einleitung für das Folgende, den Gegensatz zwischen melodisch kreisender Melancholie und unbesorgter Quirligkeit ausmessend.

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Kritik von Dr. Aron Sayed

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Zoltán Kocsis: Sonderkonzert

Ort: Musikhochschule,

Werke von: Franz Schubert

Mitwirkende: Zoltán Kocsis (Solist Instr.)

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