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Montag, 20. Januar 2020

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Großes Festspielhaus Salzburg, Copyright: Andreas Praefcke

Großes Festspielhaus Salzburg, © Andreas Praefcke

Verids 'Missa da Requiem' in Salzburg

Atemberaubend

Der Abend begann überraschend heiter. Denn als die Berliner Philharmoniker und der Chor des Bayerischen Rundfunks schon auf der Bühne des Großen Festspielhauses Platz genommen hatten und auf Mariss Jansons warteten, war mehrfach ganz deutlich das Krähen eines Hahns zu hören. Klar, kein Tier verursachte diese Laute, sondern der Klingelton eines Handys, der zunächst den Konzertmeister der Philharmoniker zum kopfschüttelnden Lachen brachte. Ihm folgten Chor und Orchester, dann die Zuschauer. So amüsant kann ein Abend beginnen, an dem Verdis 'Missa da Requiem' auf dem Programm steht. Dann aber betrat Mariss Jansons die Bühne, und es wurde ernst, todernst sozusagen. Jansons wartete lange, sammelte sich, erzwang vollkommene Stille. Er hob den Arm, ließ ihn, durch erneutes Gehüstel und Geraschel abermals gestört, sichtlich enerviert wieder fallen, wartete wieder ? und gab, als es ihm endlich still genug war, den Einsatz. Sofort war klar, warum Jansons den größten Wert auf absolute Ruhe gelegt hatte: Äußerst verhalten, kaum merklich trat der fallende Moll-Dreiklang aus der Stille hervor. Geflüstert beinahe, aber vollkommen klar artikuliert, äußerst dezent und absolut präzise, wie gemeißelt in ihrer klaren Kontur folgten dann die ersten Worte des Chores: 'Requiem aeterna dona eis, Domine'. Ein Beginn, der einem den Atem verschlug und eine vibrierende Spannung in sich trug, die tatsächlich bis zum Ende anhielt. Jedes Scheitern, sagt man, hat seine Gründe, jedes Gelingen aber sein Geheimnis. Annähern an das geheimnisvolle Gelingen dieses wunderbaren Konzertes kann man sich aber wohl doch ein wenig.

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Kritik von Christian Gohlke



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Verdi: 'Missa da Requiem': Salzburg

Ort: Großes Festspielhaus,

Werke von: Giuseppe Verdi

Mitwirkende: Chor des Bayerischen Rundfunks (Chor), Mariss Jansons (Dirigent), Berliner Philharmoniker (Orchester), Stephen Milling (Solist Gesang), Jonas Kaufmann (Solist Gesang), Marina Prudenskaja (Solist Gesang), Krassimira Stoyanova (Solist Gesang)

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