> > > > > 31.01.2010
Freitag, 25. September 2020

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Theater an der Wien: Blick auf den Eisernen Vorhang, Copyright: Paul Ott

Theater an der Wien: Blick auf den Eisernen Vorhang, © Paul Ott

Beeindruckende Monteverdi-Produktion in Wien

Die Macht des Eros

Ein kräftiges Samtrot ist die dominierende Farbe in der Produktion von Claudio Monteverdis 'L'incoronazione di Poppea' im Theater an der Wien. Rot als Farbe für Feuer, Intensität, Blut, Liebe, Rausch und Sexualität. Schwere rote Vorhänge teilen die sonst leere Bühne in unterschiedliche Räume auf, in der nur ab und an einige wenige Requisiten zu finden sind: ein Tisch, ein paar Stühle, eine Badewanne, ein großes Bett. Die Vorhänge verwandeln sich in suggestive Bilder: So hüllt sich Poppea am Ende der Oper, nach dem berückenden Liebesduett mit Nero, der die Bühne verlässt, angstvoll und einsam in einen roten Vorhang ein, als ahne sie ihren eigenen Tod voraus. Das Spiel mit dem roten Stoff unterstreicht die Grundidee der Inszenierung von Robert Carsen, der die Protagonisten sonst in heutiger Kleidung spielen lässt. Carsen zeigt die Kraft und die komplexe Verbindung zwischen Macht und Sexualität. Eros, der mit seinem Pfeil die Protagonisten verletzt und kraftvoll gesungen aber ein wenig stereotyp von Trine Wilsberg Lund gespielt wird, ist oft auf der Bühne präsent, klettert hinter einem Bett hervor, mischt seine Kraft in das Wasser der Wanne, in der geplanscht, geliebt und gemordet wird. In die zunächst noch zärtlich-erotische Beziehung zwischen Poppea und Nero mischt sich just in dem Moment, in dem Nero seiner Poppea im dritten Akt die Hochzeit und Kaiserkrone verspricht, Distanz, Entfremdung, Härte und Kühle hinein.

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Kritik von Prof. Dr. Michael Bordt

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Monteverdis Krönung der Poppea: Theater an der Wien am 31.1.2010

Ort: Theater an der Wien,

Werke von: Claudio Monteverdi

Mitwirkende: Christopher Moulds (Dirigent), Robert Carsen (Inszenierung), Balthasar-Neumann-Ensemble (Orchester), Juanita Lascarros (Solist Gesang), Anna Bonitatibus (Solist Gesang), Jacek Laszczkowski (Solist Gesang), Lawrence Zazzo (Solist Gesang), Ingela Bohlin (Solist Gesang), Marcel Beekman (Solist Gesang), Andrew Watts (Solist Gesang), David Pittsinger (Solist Gesang)

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