> > > > > 02.01.2010
Freitag, 13. Dezember 2019

Bartoli begeistert in Rossinis 'Cenerentola'

Ungebrochener Zauber

Die Gelegenheiten, Cecilia Batoli auf der Opernbühne zu erleben, sind rar geworden. In der laufenden Saison sind es lediglich zwei Vorstellungen von Rossinis 'Cenerentola', die neben den zahllosen Konzerten in den Terminkalender der Künstlerin eingestreut sind. Die Figur des Aschenputtels begleitet Cecilia Bartoli schon seit dem Beginn ihrer Karriere, kann sie doch hier neben furiosen Koloraturfeuerwerken auch ihren darstellerischen Charme ausspielen.

Stimmlich hat sich für Bartoli im Lauf der Jahre nichts geändert; sie singt Rossinis Verzierungen nach wie vor mit einer Virtuosität und Leichtigkeit, die ihres gleichen sucht. Auch dank der vielen Farben sowie der dynamischen Flexibilität ihres Mezzos erlebt man hier eine Belcanto-Interpretation der Deluxe-Klasse. Und so nebenbei bezirzt sie das Publikum mit ihrem schauspielerischen Improvisationstalent, das ihr erlaubt, einen bandagierten Fuß in ihr Spiel einzubinden. (Wie man vor der Vorstellung erfuhr, hat sich die Sängerin eine Zehe gebrochen.)

Ein Routinier in Sachen Rossini ist auch John Osborn, dessen Don Ramiro mit stilreiner Phrasierung und sicheren Acuti gefällt. Carlos Chausson ist ein Glückfall für die Rolle des Don Magnifico, da er die Noten dieser Buffo-Rolle tatsächlich singt und nie in eine Art Sprechgesang Zuflucht nehmen muss. Laszlo Polgar kommt mit der einzigen Arie des Alidoro nicht mehr wirklich überzeugend zurecht. Besonders im oberen Register wirkte sein Bass gefährdet. Schwachpunkt der Besetzung ist Oliver Widmer in der Dienerfigur des Dandini, da es ihm an Volumen und einem klangvollen Timbre fehlt. Sen Guo sowie Irene Friedli hinterlassen als bösartige Stiefschwestern Clorinda und Tisbe einen positiven Eindruck.

Cesare Lievis Inszenierung ist nach wie vor repertoiretauglich, in Luigi Peregos schlichten Bühnenbildern wird die märchenhafte Handlung pointenreich erzählt, dass Cecilia Bartoli bereits 1994 bei der Premiere dabei war kommt dem Abend sicherlich zu Gute. Großen Anteil an der Kurzweiligkeit der Vorstellung hat auch der aus Shanghai stammende Muhai Tang, der Rossinis Partitur sehr wirkungsorientiert in Bezug auf die rhythmischen Akzente und instrumentalen Details umsetzt.

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Kritik von Dr. Rainhard Wiesinger

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Rossini: 'La Cenerentola': Cecilia Bartoli

Ort: Opernhaus,

Werke von: Gioacchino Rossini

Mitwirkende: Muhai Tang (Dirigent), Cesare Lievi (Inszenierung), Cecilia Bartoli (Solist Gesang), John Osborn (Solist Gesang), Carlos Chausson (Solist Gesang), Lázló Polgár (Solist Gesang), Oliver Widmer (Solist Gesang)

Detailinformationen zum Veranstalter Opernhaus Zürich

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