> > > > > 04.12.2009
Freitag, 19. August 2022

Regietheater-Desaster in Sachen-Anhalt

Bernsteins Meisteroperette 'Candide' in Dessau

Als Autor eines Buchs mit dem Titel ‚Glitter and Be Gay’ muss ich gestehen, dass ich eine besondere Beziehung zu Leonard Bernsteins Comic Operetta in zwei Akten 'Candide’ (1956/73) habe, die die titel-inspirierende Sopranarie enthält: ein Koloraturfeuerwerk vom Allerfeinsten und Allerwitzigsten, das ich mir seit Jahren in allen möglichen Youtube-Versionen angeschaut habe und immer davon träumte, das ganze Stück endlich mal wieder live und auf einer Bühne in Deutschland zu erleben. Als das Anhaltische Theater Dessau eine Neuproduktion des burlesken Klassikers – in der überarbeiteten Version von Hugh Wheeler von 1973 – ankündigte, war die Vorfreude groß. Besonders weil die Eröffnung der Spielzeit unter der neuen Intendanz von André Bücker im Oktober so unglaublich vielversprechend war. Hatte damals Andrea Moses mit 'Lohengrin’ und einem extrem spielfreudigen Ensemble für Furore gesorgt, so erwartete ich von der jungen Regisseurin Cordula Däuper ähnliches. Schließlich hatte sie vor einem Jahr in Berlin mit 'Wiener Blut’ eine hinreißende Operetteninszenierung abgeliefert, danach an der Komischen Oper mit 'Vetter aus Dingsda’ eine deutlich weniger hinreißende Produktion, die aber wenigstens eine gute Grundidee hatte (Jazz-Operette als Bollywood-Adaption), deren Umsetzung nur leider nicht wirklich funktionierte. Nun also Bernsteins 'Candide’ und die ‚beste aller möglichen Welten’ in Dessau – ein Stück mit Erzähler (Stephan Lohse), das sich fast selbst erzählt und die Lacher des Publikums permanent auf seiner Seite haben sollte, schließlich stammt ein Großteil der Liedtexte ursprünglich von niemand Geringerem als der genialen Dorothy Parker. (Wer sonst hätte sich Sätze ausdenken können wie 'If I’m not pure, at least my jewels are’ in Kunigundes ‚Glitter’-Arie?)

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Kritik von Dr. Kevin Clarke

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Bernstein: 'Candide': AnhaltischesTheater Dessau

Ort: Anhaltisches Theater,

Werke von: Leonard Bernstein

Mitwirkende: Daniel Carlberg (Dirigent), Andrea Moses (Inszenierung), Angelina Ruzzafante (Solist Gesang), Wiard Witholt (Solist Gesang)

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