> > > > > 17.10.2009
Mittwoch, 23. Oktober 2019

Ravel und Puccini in London

Ungetrübtes Vergnügen

Wenn es so etwas wie einen gemeinsamen Nenner zwischen den Zeitgenossen Giacomo Puccini und Maurice Ravel gibt, dann den, dass beide Komponisten nicht mit heiteren Bühnenwerken ihren Weltruhm erlangten. Giacomo Puccinis 1918 im Rahmen des 'Trittico' in New York uraufgeführter 'Gianni Schicchi' findet seinen Weg meist dann auf Opernbühnen, wenn ein in der Regel schon in die Jahre gekommener Star-Bariton nach neuen Rollen Ausschau hält. Ravels 'L’heure espagnole' hat es dagegen seit seiner glücklosen Paris Uraufführung 1911 (damals übrigens gekoppelt mit Jules Massenets schwülstiger 'Therese') schwer, die Partitur kann mit keinem melodischen Zugstück aufwarten, und außerdem braucht man für Ravels feingliedrige Musik ein hochsensibles Bühnenpersonal. Wie im 'Bolero' und der 'Rhapsodie espagnole' durchzieht auch die einaktige 'L’heure espagnole' spanisches Flair. Nicht nur, dass die Handlung in Toledo spielt; auch etwa das Quintett des Finales ist in eine Habanera gewandet. Die Paris Musikkritik rümpfte anlässlich der Uraufführung gehörig die Nase, man unterstellte dem Stück sogar, musikalische Pornographie zu sein. Im Haus des Uhrmachermeisters Torquemada gibt es in der besagten Stunde seiner Abwesenheit tatsächlich eine Menge amouröse Verwicklungen und schließlich eine ganz auf ihre Kosten gekommene Conception, die gelangweilte Gattin Torquemedas. Bis sie zu ihrem Spaß kommt, muss sie allerdings erst verstehen, dass man diesen nicht mit ihrem eigentlichen Verehrer Gonzalve, sondern mit dem kräftigen Maultiertreiber Ramiro haben kann, der seine Taschenuhr zur Reperatur vorbeibringt.

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Kritik von Dr. Rainhard Wiesinger

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