> > > > > 04.07.2009
Sonntag, 5. Juli 2020

Virtuoser Wahnsinn

Ein feiner Dienst an der Singkultur des Belcanto

Erfreulich, dass sich das Staatstheater Nürnberg der schon lange unschuldig im Abseits stehenden letzten Oper 'I Puritani' von Vincenzo Bellini angenommen hat, und dies in nahezu ungekürzter Fassung. Das 1835 im Todesjahr von Bellini in Paris aus der Taufe gehobene Werk nimmt in der Beliebtheitsskala keinesfalls jenen Rang ein wie 'La sonnambula' oder die Tragedia lirica 'Norma'. Dafür gibt es wohl einleuchtende musikalische Gründe. Obwohl Bellini, um einen Rückfall in die alte Nummernoper zu vermeiden, bei 'I Puritani' in großflächigeren Tableaus dachte, was sich auch in seinem Willen zu mehr Geschlossenheit,  in großbogigeren Spannungsmomenten äußert, mangelt es doch am rechten Zusammenhang zwischen den harmonisch musikalischen Konstellationen und den textlichen Anliegen. Eine gleiche musikalische Diktion bei unterschiedlichen Texturen: Fördert das nicht einige Gleichförmigkeit zu Tage? Man denke nur an das Duett zwischen Riccardo und Giorgio im zweiten Akt oder die misslungene leitmotivische Verknüpfung zwischen der Introduktion und dem lärmigen Schlussteil der Oper.

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Kritik von Prof. Egon Bezold



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'I Puritani': Vincenzo Bellini

Ort: Staatstheater,

Werke von: Vincenzo Bellini

Mitwirkende: Nürnberger Philharmoniker (Orchester), Tilman Lichdi (Solist Gesang)

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