> > > > > 20.08.2009
Sonntag, 20. Oktober 2019

Kammermusik im Casino

Ein Debüt junger Meister

Unter dem Slogan ‚Debut’ erhalten junge Talente während des Lucerne Festival die Möglichkeit sich der Öffentlichkeit vorzustellen, und das schon seit 1964. Jaqueline du Pré hat 1965 in Luzern debütiert, in diesem Jahr ist es die junge Cellistin Marie-Elisabeth Hecker, die mit ihrer Meisterschaft viele Musikfreunde an Jaqueline du Pré erinnert. Scheu und elfenhaft wirkt sie, die Künstlerin aus dem sächsischen Kirchberg. Zusammen mit dem Pianisten Martin Helmchen tritt sie im Luzerner Casino auf. Helmchen war schon 2006 Gast in Luzern, Kammermusik spielt er gern und oft, mit Partnern wie Tabea Zimmermann, Christian Tetzlaff, und nun auch mit Marie-Elisabeth Hecker, die schon vor drei Jahren als 19jährige ‚Die Zeit’ mit ihrem Spiel zum Schwärmen bewegte.

Zum Auftakt gibt es Beethovens sieben Variationen über 'Bei Männern, welche Liebe fühlen’ aus Mozarts 'Zauberflöte’ zu hören, gefolgt von Schostakowitschs Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll op. 40 sowie die Sonate Nr. 2 D-Dur op. 58 von Felix Mendelssohn Bartholdy, eine interessante Programmauswahl. Doch der Vortrag der jungen Solisten wirkt etwas gehemmt, vielleicht auch wegen der großen Hitze, die schon am Vormittag über der Stadt liegt. Helmchen scheint den Ton anzugeben in diesem Duo, er musiziert durchaus brillant, und doch fehlt seinem Spiel eine gewisse Bestimmtheit.

Die Beethoven-Variationen dürften frecher klingen und Schostakowitschs Sonate besitzt auch ironische Akzente, neben der schön musizierten Verinnerlichung. Der in der Kammermusik so wichtige Dialog zwischen den Solisten kann sich hier aber selten aufbauen. Für Martin Helmchen gilt, dass virtuos aufspielen nicht zwangsläufig bedeutet, dass man sein Publikum auch gefühlsmäßig bewegen kann. Mendelssohns Sonate gelingt am Besten, voller Klangsinnlichkeit entwickelt sie zum Schluss doch eine soghafte Wirkung.

Marie-Elisabeth Hecker spielt wie immer mit einer schlafwandlerischen Sicherheit und setzt wieder einmal ihren außergewöhnlichen warmen und schwebenden Klang in den Raum, der zugleich kraftvoll mit einer meisterhaften Phonetik ausmoduliert wird. Ein Cello muss singen, und es sang, voller Natürlichkeit und Eindringlichkeit. Das Publikum belohnte die begabten Nachwuchskünstler mit viel Applaus, ein kleines Cello-Solo als glänzender Abschluss hätte es sicherlich noch verdient.

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Kritik von Midou Grossmann



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Lucerne Festival: Casino - 20.8.2009

Ort: Kultur- und Kongresszentrum (KKL),

Werke von: Ludwig van Beethoven, Dimitri Schostakowitsch, Felix Mendelssohn Bartholdy

Mitwirkende: Martin Helmchen (Solist Instr.)

Detailinformationen zum Veranstalter Lucerne Festival

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