> > > > > 07.01.2009
Mittwoch, 23. Oktober 2019

Stockhausen und Snétberger gastieren in Bern

West-östlicher Diwan

Ein Konzert von Markus Stockhausen und Ferenc Snétberger entführt ins Reich der Zwischentöne. Es sind Gesänge zweier schweigsamer Beduinen, aus der Ferne erklingende Rufe aus der Stille und ein humaner Dialog zweier großer Musiker, die immer wieder neuartige Klanglandschaften vor dem geistigen Auge erscheinen lassen. Im Bereich des 'kammermusikalischen Jazz' ist das Duo wohl ebenso einzigartig, wie in ihrer individuellen Erscheinung und Virtuosität. Snétbergers exorbitante Gitarrentechnik findet man in ihrer spielerischen Brillanz vielleicht nur noch bei Johannes Tonio Kreusch oder Falk Zenker wieder, und Markus Stockhausen hat schon seit Jahren seinen ganzen eigenen unverwechselbaren Ton gefunden. Dabei hat der eine seine musikalischen Wurzeln in der kosmischen Klangwelt der westlichen Neuen Musik - der gebürtige Ungar Snétberger hingegen in den folkloristischen Ursprüngen seiner Heimat. Stockhausen spielte schon als Kind die Werke seines berühmten Vaters, war wichtiger Bestandteil im großen Licht-Zyklus und manchmal glaubt man sogar in seiner Melodieführung und Klangästhetik einzelne spätere Werke ('Harlekin') wieder zu erkennen. Doch Markus Stockhausen hat im Laufe seines weltweiten 'Studiums' noch viel mehr Einflüsse assimiliert: Miles Davis’ Stille in 'Blue in Green' war sicher ebenso prägend wie der skandinavische Jazz der 70er und 80er Jahre. Bei Snétberger hingegen ist das konventionelle Gitarrenspiel durch polyrhythmische Fragmentierung durchdrungen und auch andere fernöstliche Modalitäten finden reichlich Anklang. Exotische Skalen, eine an Bartók erinnernde Harmonieführung und ein pulsierendes Ostinato der Bassseiten gerinnen zu einem ungewöhnlichen Klangteppich, der mit den klischeebelasteten Jazzimprovisationen kaum noch etwas zu tun hat - sich wohl sogar bewusst davon distanziert. Vielmehr wird hier nach einem klassischen Klangideal frei improvisiert. Snétberger gilt nicht ohne Grund als einer der versiertesten Interpreten des "Concierto de Aranjuez" und seine eigenen Gitarrenkonzerte erfreuen sich ebenfalls immer größerer Popularität.

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Kritik von Toni Hildebrandt



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Duo Stockhausen Snétberger: Virtuos und sensibel

Ort: bee flat,

Mitwirkende: Ferenc Snétberger (Solist Instr.), Markus Stockhausen (Solist Instr.)

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