> > > > > 05.06.2009
Freitag, 22. Januar 2021

Peter Tschaikowsky

Jungfrau von Orléans stirbt nur konzertant

Pathos ohne Szene

Von konzertanten Opernaufführungen mag man halten was man will – dass jedoch etwas irreversibel verloren geht, wenn man einem intermedial konzipierten Werk seine szenische, choreografische und dramaturgische Dimension nimmt, wird niemand bestreiten können. In Tschaikowskys 'Jungfrau vor Orléans' ist dieser Verlust jedoch besonders eklatant. So berichten uns die Übertitel zu Beginn von einer „ländlichen Gegend mit einer kleinen Kneipe“ und am Ende soll man sich gar den „Scheiterhaufen“ ohne Bild und Bühne imaginieren. De facto sieht man allerdings nur ein Orchester und ein recht adrett gekleidetes Sängerensemble. Wenn nun der einzige „Sinn“ konzertanter Aufführungen darin liegen mag, die reine Musik wahrhaftiger, präsenter – im Jargon des 19. Jahrhunderts „absoluter“ zu machen, so fragt man sich, warum dann noch Übertitel? Steckt dahinter die Angst vor einer nicht ausreichend konsistenten Musiksprache, vor Durststrecken ohne „schöne Stellen“ – braucht man denn immer ein didaktisches Programm, sind Übertitel mittlerweile das Äquivalent zu den Audioguides der staatlichen Museen? – die audiovisuelle Überkreuzung scheint jedenfalls in beiden Fällen vom eigentlichen Kunstwerk eher abzulenken als es zu vertiefen.

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Kritik von Toni Hildebrandt



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Jungfrau von Orléans: Oper in vier Akten (sechs Bilder)

Ort: Theater,

Werke von: Peter Tschaikowsky

Mitwirkende: Philharmonisches Orchester Erfurt (Orchester), Marwan Shamiyeh (Solist Gesang), Erik Fenton (Solist Gesang), Elena Papandreou (Solist Gesang), Peter Schöne (Solist Gesang)

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