'Theodora' bei den Salzburger Festspielen
Metaphysische Einsamkeit
Einen Mangel an Mut wird man den Salzburger Festspielen nicht vorwerfen können. Händels handlungsarmes Oratorium 'Theodora', das schon 1750 beim Londoner Publikum durchfiel, als Eröffnungspremiere der Festspiele zu wählen, war eine gewagte Entscheidung. Immerhin ist der Konflikt zwischen der keuschen christlichen Märtyrerin Theodora, die sich weigert, die römischen Götter anzubeten und lieber sterben möchte als im Bordell als Prostituierte gefangen zu sein, dem brutalen römischen Gouverneur Valens und seinem Offizier Didymus, der, von Theodora zum Christentum bekehrt, sie aus Liebe aus dem Gefängnis rettet und am Ende gemeinsam mit ihr in den Tod geht, nicht gerade ein brandaktuelles Thema, das dazu geeignet wäre, jenen Glanz und Glamour zu verbreiten, den das Salzburger Publikum doch sonst so sehr schätzt. Aber nicht genug: Als Aufführungsort für das Oratorium, das sich ganz auf die inneren Bewegungen der Protagonisten konzentriert, wählte man nicht das deutlich kleinere und intimere Haus für Mozart. Der für seinen Minimalismus bekannte Regisseur Christof Loy wollte Händels vorletztes Oratorium im großen Festspielhaus aufführen. „Kann das gutgehen?“ wird sich so mancher Besucher ein wenig ängstlich gefragt haben. Nach gut vier Stunden wusste man: Es kann! Dass die Aufführung dennoch nicht wirklich festspielwürdig gelang, lag weniger an dem über weite Strecken überzeugenden Produktionskonzept, sondern daran, dass es nicht gelungen war, wirklich große Sänger für die jeweiligen Partien zu verpflichten. Doch im Einzelnen.
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Kritik von Prof. Dr. Michael Bordt
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Händel: 'Theodora': Salzburger Festspiele am 25. Juli 2009
Ort: Großes Festspielhaus,
Werke von: Georg Friedrich Händel
Mitwirkende: Salzburger Bachchor (Chor), Ivor Bolton (Dirigent), Christoph Loy (Inszenierung), Freiburger Barockorchester (Orchester), Bejun Mehta (Solist Gesang), Christine Schäfer (Solist Gesang), Bernarda Fink (Solist Gesang), Joseph Kaiser (Solist Gesang)
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