> > > > > 08.05.2008
Samstag, 29. Januar 2022

Pierre Laurent Aimard spielt

Beeindruckende Gestaltungskraft

Bachs Kunst der Fuge zählt zu den komplexesten und rätselhaftesten Werken der Musikgeschichte, das ungeachtet der eingehenden Forschung nach wie vor zahllose Fragen offen lässt. Diese beginnen schon mit dem beabsichtigten Zweck der Komposition: Man kann kaum davon ausgehen, dass Bach mit dem 1740 begonnen Stück ein Fugenlehrwerk schreiben wollte, auch die Vorstellung, dass der von zunehmender Gebrechlichkeit gezeichnete Bach mit der Kunst der Fuge ein musikalisches Vermächtnis hinterlassen wollte gehört wohl in die Schublade des romantisierten Bach-Bilds. Man kann viel mehr davon ausgehen, dass Bach während des hauptsächlichen Kompositionsprozesses, der zwischen 1742 und 1746 anzuberaumen ist, noch bei bester Gesundheit war. Romantisierenden Spekulationen wurde auch durch die Tatsache Nahrung gegeben, dass die letzte Fuge gerade dort abbricht, wo Bachs Name als musikalisches Motiv in die Struktur eingewoben wird. Zu großer Bekanntheit hat es in diesem Zusammenhang Carl Philipp Emanuel Bachs –allerdings erst 1780 vorgenommener!- Eintrag ‘Über dieser Fuge, wo der Name BACH im Contrasubject angebracht worden, ist der Verfasser gestorben’ gebracht. Eine Denksportaufgabe für Musiker ist auch die Frage, mit welchem Instrument beziehungsweise in welcher Konstellation Die Kunst der Fuge aufgeführt werden. Bach hinterließ diesbezüglich keinerlei Angaben. Grundsätzlich geht man heute davon, dass der Komponist ein Tasteninstrument vor Augen hatte, einige Teile verweisen auf den Gebrauch des Cembalos andere sind wiederum nur auf der Orgel zu realisieren. Die immer wieder anzutreffenden Arrangements für Kammermusikensembles entstanden alle posthum.

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Kritik von Dr. Rainhard Wiesinger

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Beeindruckende Gestaltungskraft: Pierre Laurent Aimard spielt "Die Kunst der Fuge"

Ort: Konzerthaus,

Werke von: Johann Sebastian Bach

Mitwirkende: Pierre-Laurent Aimard (Solist Instr.)

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