> > > > > 21.03.2008
Freitag, 7. Oktober 2022

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Staatstheater Stuttgart, Copyright: Schlaier

Staatstheater Stuttgart, © Schlaier

Pampaklasse

Der Titel verrät es bereits: Eine Oper mit dem Titel ‘Die Jüdin’ erzwingt per se auf deutschen Bühnen das Politikum und riskiert es damit, sich auf Kosten des Stoffes und dessen musikalischer Umsetzung zu profilieren. Der Komponist Fromental Halévy selbst war Jude, schilderte aber gemeinsam mit seinem Librettisten Eugène Scribe eine komplex verzweigte Geschichte gegenseitiger Vorurteile und deren damit verbundenen irrationalen Verhärtungen, die schließlich zum Märtyrertod der Protagonisten führen.

Jossi Wielers Version an der Stuttgarter Staatsoper ist glücklicherweise kein kalkulierter Skandal, sondern, zumindest im gedanklichen Ansatz, der Versuch einer Auseinandersetzung mit den Wurzeln dieser Oper und der Möglichkeit, eine Mischung zwischen Spektakel und kritischer Distanz zum Geschehen zu finden. Doch krankt das Projekt daran, dass weder Spektakel geboten wird – denn dazu ist das Gezeigte zu dröge – sondern alle inszenatorische Konzentration in die Pogromszene fließt und sich so manch Unausgegorenes im Nachhinein als ‘brechtische Distanzierung’ zurecht reden lässt. Die strapazierte Idee des Spiels im Spiel muss dazu herhalten und etabliert sich etwas linkisch bereits während der Ouvertüre, in der ein Sänger damit Minuten schindet, die offensichtlich in der Mitte liegende Vorhangöffnung nicht zu finden.

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Kritik von Florian Wetter



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La Juive: Oper von Fromental Halévy

Ort: Staatstheater,

Mitwirkende: Chor der Staatsoper Stuttgart (Chor), Sébastien Rouland (Dirigent), Jossi Wieler (Inszenierung), Württembergisches Staatsorchester Stuttgart (Orchester), Chris Merritt (Solist Gesang), Ferdinand von Bothmer (Solist Gesang)

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