> > > > > 15.08.2008
Montag, 24. Februar 2020

Rolando Villazón stimmlich gut erholt

Szenisch ein Flop - musikalisch respektgebietend

Also hat sie doch ein wenig Staub angesetzt, die fünfaktige Charles Gounoud Shakespeare-Vertonung ?Roméo et Juliette, die berühmte Liebestragödie aus vergangener französischer Romantik. Für Salzburger Festspielverhältnisse leider kein Aufführungsglück. Denn was der amerikanische Regisseur Barlett Sher und sein Bühnenarchitekt Michael Yeargan auf die weiträumige Naturbühne der Felsenreitschule stellten, ist szenisch auf Dauer von entnervender Wirkung. Da öffnet sich stilistisch ein eklatanter Bruch zwischen Melodien geschwängerter durch und durch lyrisch timbrierter Musik Gonouds und den geschmäcklerisch dekorativen Ausbuchtungen der Regie. Das als verstaubt verschriene Werk wird von Sher gezielt auf historisch gestylt und ins glamourös aufgezogene italienische Umfeld barocker Zeitläufte verlegt. Und es wird viel herumgestanden an der Rampe und würdevoll herumstolziert. Der verfeindete Familienclan, nebst all den gräflichen und herzöglichen Herrschaften bewegt sich in Auf- und Abgängen auf der Bühne. Und wenn aus der Balgerei schließlich bitterer Ernst wird, greifen die Streithähne, Roméo und Tybalt, zu den Waffen. Zugestochen wird im körperlich olympischen Totaleinsatz wie die Profis im Endkampf um die Goldmedaille. Zu diesem Massenaufgebot zählt noch eine seltsam überflüssig lustwandelnde Staffage in den Gängen der Arkaden. Herausragendes Requisit ist die Gruft mit drei grauen Särgen, die Roméo zum Abschied aufsucht.

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Kritik von Prof. Egon Bezold



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Charles Gounod: Roméo et Juliette in der Felsenreitschule Salzburg

Ort: Haus für Mozart,

Werke von: Charles Gounod

Mitwirkende: Yannick Nézet-Séguin (Dirigent), Mozarteum Orchester Salzburg (Orchester), Rolando Villazón (Solist Gesang)

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