> > > > > 18.02.2008
Mittwoch, 23. September 2020

Kate Royal debütiert in Wien

Unverbindlicher Schönklang

Als vor wenigen Monaten Kate Royals Debüt-Recital in den Plattenläden auftauchte, verwunderte das beispiellos willkürlich zusammengewürfelte Programm: Die 1979 in London geborene Sopranistin singt hier Debussy, Delibes, Ravel und Canteloube ebenso wie Orff, Strawinsky, Richard Strauss und spanische Lieder. Auf besagtem Tonträger nimmt die Stimme dank ihres angenehmen Klangs für sich ein, interpretatorische Finessen bleiben allerdings aus. Dieser Eindruck bestätigte sich nun auch im Lauf des Wien-Debüts der attraktiven Britin: Eingeleitet wurde der von Roger Vignoles profillos begleitete Liederabend mit den vier Gesängen op. 70 von Johannes Brahms’, die sogleich die ganze Problematik von Royals interpretatorischen Zugang deutlich machten: Im Zentrum jeder Phrase stehen die leuchtend klingenden Vokale, von Textgestaltung oder den divergierenden Stimmungen gerecht werdenden Farben keine Spur. Punkten konnte die Künstlerin bei den darauffolgenden ‘Cinq Poèmes de Baudelaire’ Debussys, da sie hier eine Atmosphäre der Schwerelosigkeit zu kreieren vermochte. In die Nähe Debussys gerückt wurden auch Poulencs aus dem Jahr 1939 stammenden ‘Fiancailles pour rire’, wodurch allerdings die Schärfe der sarkastischen Texte verloren ging. Unbefriedigend auch der Abschluss des Abends: Richard Strauss’ ‘Mädchenblumen’, ‘Ich wollt ein Sträußlein binden’ und ‘Als mir ein Lied erklang’ legten schonungslos die Grenzen des oberen Registers offen, zusätzlich enervierte bei den Parlando-Passagen das keineswegs akzentfreie Deutsch. Das Publikum zeigte sich dennoch zufrieden und und hörte als Dank die Arie der Lia aus Debussys ‘L’Enfant Prodigue’.       

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Kritik von Dr. Rainhard Wiesinger

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Unverbindlicher Schönklnag: Kate Royal debütiert in Wien

Ort: Konzerthaus,

Werke von: Johannes Brahms, Francis Poulenc, Richard Strauss

Mitwirkende: Kate Royal (Solist Gesang), Claude Debussy (Solist Gesang), Roger Vignoles (Solist Instr.)

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