> > > > > 02.02.2008
Sonntag, 20. Oktober 2019

Berios ‚Un re in ascolto’ als Reise in den Tod

Vom Horchen und Träumen

‚Es geht um einen Theaterdirektor, der allein in seinem Büro sitzt, während man auf der Bühne daneben eine neue musikalische Aufführung probt. Es gibt viele Schwierigkeiten, und es herrscht ein wenig Verwirrung. Der Direktor träumt von einem anderen Theater. Er wird von Unwohlsein befallen, und im Fieberwahn bedrängen ihn die Erinnerungen. Er stirbt - allein, auf einer leeren Bühne.’ Mit diesen knapp formulierten Sätzen fasste der Komponist Luciano Berio das Sujet seines als ‚musikalische Handlung’ bezeichneten Bühnenwerkes ‚Un re in ascolto’ (‚Ein König horcht’) zusammen. Der zweite Blick offenbart jedoch darüber hinaus eine Vielschichtigkeit, die in dieser kurzen Beschreibung kaum zur Geltung kommt. Berios Librettist, der italienische Schriftsteller Italo Calvino, zeigte sich von Roland Barthes’ Essay ‚L’Ecoute’ – einer Reflexion über die verschiedenen Arten des Hörens – inspiriert und ließ diese Ebene in ein szenisches Geflecht einfließen, in dem es von Querbezügen und Verweisen nur so wimmelt: In Anspielung auf das Shakespearesche Vorbild ist Berios und Calvinos Theaterdirektor Prospero ein einsamer König im Reich des Theaters. Seine Macht übt er nur mehr im Abhorchen seiner Untertanen, der Sängerinnen und Sänger, aus. Ein tyrannischer Regisseur, der gerade mit einer Truppe ein Stück nach Shakespeares ‚Sturm’ einstudiert, gerät mit Prospero in Streit über seine Auffassung von Theater: Denn der Regisseur will klare Anweisungen für das Stück geben, während sich Prospero nach einem vielschichtigen, traumverlorenen Theater sehnt.

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Kritik von Prof. Dr. Stefan Drees

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Luciano Berio: 'Un re in ascolto': Städtische Bühnen Münster

Ort: Städtische Bühnen,

Werke von: Luciano Berio

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