> > > > > 17.09.2007
Dienstag, 30. November 2021

Manfred Honeck, Foto: eMusici GmbH

Christian Tetzlaff mit Jörg Widmanns Violinkonzert

Verspätete Uraufführung

Eigentlich ist der lange Vorlauf für Jörg Widmanns Arbeit eher ungewöhnlich: Schon für 2005 – also für seine Zeit als Composer-in-Residence an der Essener Philharmonie – war die Uraufführung seines Violinkonzertes geplant gewesen. Doch der ursprüngliche Entwurf verschwand in der Schublade, und der zunächst angesetzte Termin konnte aus unterschiedlichen Gründen nicht eingehalten werden. Mit einer Verspätung von zwei Jahren ging das Werk, eine Auftragskomposition der Jungen Deutschen Philharmonie, nun über die Bühne – uraufgeführt vom Auftrag gebenden Orchester unter Leitung von Manfred Honeck sowie von einem beeindruckend agierenden Christian Tetzlaff als Solist. Über dieses Ereignis zu schreiben, bedeutet zunächst einmal, die überragenden Leistungen des Geigers bei der Wiedergabe des rund 30-minütigen, ohne Pause vorzutragenden Soloparts vom Gesamteindruck der Komposition zu trennen. Der Grad klangfarblicher und tonlicher Differenzierung, den Tetzlaff der schwierigen Violinstimme bis in die feinsten Verästelungen hinein angedeihen ließ, die Sensibilität, mit der er jedem einzelnen Ton und den daraus erwachsenden Phrasen Leben einzuhauchen wusste und die enorm große, zwischen hauchendem Verlöschen und aggressivem Dreinfahren angesiedelte Farbpalette seines Spiels waren schlichtweg atemberaubend. Die Souveränität seiner Werkwiedergabe untermauerte eigentlich nur den schon anhand zahlreicher CD-Einspielungen gewonnenen Eindruck, dass es sich bei ihm um einen der wirklich großen Interpreten der jüngeren Generation handelt – um einen, der in technischer wie musikalischer Hinsicht weit vor den populären Zugpferden großer Plattenlabel und deren klanglich weichgespültem Vortragsstil rangiert, ohne dass er sich dabei groß medial inszenieren muss.

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Kritik von Prof. Dr. Stefan Drees

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Christian Tetzlaff & Junge Deutsche Philharmonie: Leitung: Manfred Honeck

Ort: Philharmonie,

Werke von: Jörg Widmann, Anton Bruckner

Mitwirkende: Manfred Honeck (Dirigent), Junge Deutsche Philharmonie (Orchester), Christian Tetzlaff (Solist Instr.)

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