> > > > > 23.06.2007
Dienstag, 25. Februar 2020

Fabio Luisi dirigiert die Wiener Symphoniker

Mitreißende Lesart von Schuberts C-Dur Sinfonie

Der Kissinger Sommer ist um eine sinfonische Erfahrung reicher: Dass der vielfach unterschätzte Franz Schubert nicht als die biedermeierlich-gemütvolle Natur zu kultivieren ist, sondern als Orchesterdramatiker und Kämpfernatur für gehörigen Nervenkitzel sorgt, das hat Fabio Luisi, designierter GMD der Dresdner Semperoper, mit den Wiener Symphonikern eindrucksvoll im Konzert im Regentenbau vorgeführt. Fabio Luisi ist ein ehrlicher Zauberer. Sein Atem geht zwar schnell, doch die Musik darf bei allen temporeichen, explosiven Steigerungen auch lebendig strömen. Kontrastreich wird der singende Duktus herausdestilliert, wobei unnötiges melodienseliges Schwelgen und amorph-softiges Abphrasieren unterbleibt. Im Zeichen einer motorischen Straffung pulsiert im Sinne der Originalpartitur der Zweiertakt. Gut gelingt die Verteilung der Gewichte zwischen Bläsern und Streichern. Großbogig durchmisst Luisi den Andante-Satz bis hin zu jenem gewaltigen Aufschrei auswegloser Verzweiflung, auf den die Celli recht zögernd ihre Antworten finden. Nach schwungvollem Scherzo und gelungenem Lichtwechsel im Trio lässt Fabio Luisi das Finale in einem wahrlich verwegenen Tempo spielen, so dass die gefürchteten ?himmlischen Längen? in den großen Steigerungsbögen und Wiederholungen als recht kurzweilig gebaute sinfonische Prosa erscheinen. Da ist ein Loblied auf die Wiener Symphoniker anzustimmen, insbesondere  auf die makellos intonierenden Posaunen, auf die seelenvoll ihren Part blasenden Hörner und die Gruppe der Streicher, die in den Turbulenzen des Jubeltons an Virtuosität nichts zu wünschen übrig ließ. Begeisterung über diesen sehr impulsfrischen Schubert und die sinfonische Flexibilität der Wiener Symphoniker.

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Kritik von Prof. Egon Bezold



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Gastspiel der Wiener Symphoniker : Fabio Luisi dirigiert

Ort: Regentenbau,

Werke von: Franz Schubert, Johannes Brahms

Mitwirkende: Fabio Luisi (Dirigent), Wiener Symphoniker (Orchester), Viktoria Mullova (Solist Instr.)

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