> > > > > 28.05.2007
Samstag, 10. Dezember 2022

Verdi auf der Schwelle zur Meisterschaft

Intelligente Regie, musikalisch fabelhaft

Ein früher Verdi, Verdi minore - das mag manchem Opernfreund mechanisch ratternde Begleitfiguren ins Gedächtnis rufen, schaurige Herz-Schmerz-Geschichten und immer wieder gepfefferte Cabalettas. Ein wenig gönnerisch blickt man auf diese unfertigen Frühwerke schon herab. Dass die Wahrheiten aber vielschichtiger sind, dafür mag ‘Luisa Miller’, das Melodramma tragico in drei Akten nach Alvadore Cammarano, den schlüssigen Beweis liefern. Ein vertonter Schiller? Kabale und Liebe in der Oper? Viel blieb ja im Libretto vom Schillerschen bürgerlichen Trauerspiel nicht übrig. Was Schiller in ein höchst kompliziertes Handgewebe stellt, modifizierte der Librettist aus Zugeständnis an Zensur und Publikum in eine einfache Folge von Bildern und musikalischen Nummern. Was standesrechtlich abgemildert erscheint, tritt umso heftiger in emotionalen Spannungen hervor. Wie es Verdi in diesem bürgerlichen Trauerspiel gelingt, die Menschen mit ihren persönlichen Empfindungen, wenngleich ein wenig formelhaft, zu charakterisieren, verweist auf die späteren Meisterwerke. Der alte Germont, der Jago, Alfredo oder Gabriele Adorno, nicht minder die Violetta und die Desdemona spiegeln in so manchem Detail die musikalische Anlage von Vater Miller, von Wurm, Rodolfo und der Luisa Miller.

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Kritik von Prof. Egon Bezold



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Giuseppe Verdi: Luisa Miller

Ort: Bayerische Staatsoper,

Werke von: Giuseppe Verdi

Mitwirkende: Chor der Bayerischen Staatsoper München (Chor), Massimo Zanetti (Dirigent), Claus Guth (Inszenierung), Orchester der Bayerischen Staatsoper (Orchester), Carlo Colombara (Solist Gesang), Georg Zeppenfeld (Solist Gesang), Krassimira Stoyanova (Solist Gesang), Paolo Gavanelli (Solist Gesang), Ramón Vargas (Solist Gesang)

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